VAFA zum Thema …

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 03-19

1. Wie sehen die Chancen für eigenes Branding der Automaten aus? Ist dieses
Konzept für kleinere Operator realisierbar und empfehlenswert oder sollte man
sich doch auf die Konzernnamen verlassen?

Unsere Meinung dazu:
Es ist doch wie in der Natur. Auch das Schneeglöckchen findet neben der Rose oder
Stiefmütterchen große Beachtung. Warum? Weil es zur richtigen Zeit blüht, wo die
anderen noch schlafen bzw. erst anfangen in die Puschen zu kommen.
Auf die Automatenbrache übertragen, heißt das, lassen wir uns doch was einfallen, wo
wir uns wirklich von anderen Fachaufstellern/Vending-Operator unterscheiden. Kitkat und
Co auf dem Gerät, das hatten wir bereits. Und es wiederholt sich und hilft dem Operator
doch nicht, zumal das wunderbare kostenlose Werbung für einen Hersteller ist.
Wie wär‘ s da, wenn wir uns mal selbst an die Gestaltung gäben.
Eine erste Idee: Lassen Sie doch z. B. mal zu, dass die Kunden Ihren Dank auf dem
Kaffeeautomat mit Filzschreiber ausdrücken. Etwa so: Sie geben das „Danke, weil . . .“
vor und Ihre Kunden schreiben weiter.
2. Variante: Im Stil oder den Farben des Platzgebers. Das Corporate Design kommt sicher
gut an. Auch bei Ihrem Vertragspartner. Ist nämlich ganz in seinem Sinne. Und Ihrem.
3. Idee: Folien sind heute nicht mehr teuer. Fotofolien mit passenden unterschiedlichen
Motiven bieten sich da ebenfalls an. Natürlich sichtbar mit Ihrem Logo.
Warum also auf Konzernnamen „verlassen“ und sie fördern, wenn wir das mit ein wenig
Geld und etwas Ideenreichtum auch in UNSEREM Sinne hinbekommen?

2. Welche Segmente besitzen bisher noch ungenutzte Potenziale? Welche
interessanten Sektoren der Branche werden in 2019 eine besondere Rolle spielen?

Unsere Meinung dazu:
Gegen Zigarettenautomaten wird politisch „geschossen“ und inzwischen auch immer
mehr gegen süße Automaten. Wie schon oben gesagt, mit ein wenig mehr Fantasie sind
neue Märkte zu entdecken. Als Operator ist man doch meist versucht dem Kunden, auch
wenn nur zunächst mal, ein Standardsortiment aufs Auge zu drücken. Oder haben Sie
schon einmal MIT IHREM KUNDEN ZUSAMMEN überlegt, wo der Bedarf wirklich liegt?
Natürlich ist der standortabhängig. Was gibt’s also in Ihrem Sortiment noch anderes als
die üblichen Riegelchen? Mit neueren Geräten ist inzwischen einiges mehr möglich,
jedoch nicht ohne ein gewisses Engagement. Aber zum Wohle unserer Rendite. Haben
Sie hierzu schon einmal Ihre Mitarbeiter gefragt, was sie dazu meinen? Oder sie z. B.
darum gebeten, mal testweise alle Sachen mitzubringen die sich aus deren Sicht im
Automaten verkaufen ließen? Sie glauben nicht, wie das abgehen kann.

3. Der Trend zur Nachhaltigkeit und gesunden Ernährung ist allerorts spürbar. Die
Konsumenten profilieren sich vor allem über soziale Netzwerke. Welche Potenziale
liegen hier auch auf Operator-Seite? Wie kann man Social Media für sein
Operating-Business nutzen?

Unsere Meinung dazu:
Indem man einfach damit anfängt und nicht der Meinung ist, nach einem ersten Beitrag
wäre die Arbeit getan oder nach einem Beitrag ohne sofortige Resonanz hätte sich alles
als zwecklos dargestellt.
Erfolgreiches Social Media verlangt so wie alles im Business zunächst nach einem
Rahmen, dem Konzept, damit’ s nicht aus dem Ruder läuft. Dann ist zielgerichtete,
konsequente Arbeit gefragt, also am Ball bleiben mit kurzfristiger Reaktion. Das lässt sich
allerdings schlecht „so nebenher“ machen. Da muss sich richtig drum gekümmert
werden. Wer die Social-Media-Schiene einschlägt, wird schnell feststellen, dass sich hier

eine hochinteressante Kommunikationsmöglichkeit mit Kunden auftut. Für mehr erfüllte
Wünsche, Anliegen und Erfolg. Allerdings dauert es auch hier wie bei allem schon ein
Weilchen, bis sich der Erfolg einstellt.
Was ich damit konkret meine? Der Verkaufsautomat allein, das ist an vielen Plätzen auf
Dauer keine Lösung. Wo bleibt die Möglichkeit über den dialogfähigen Automaten auch
Wünsche zu äußern bzw. etwas zu bestellen. Lösungsansatz: Ein neues Produkt im Gerät,
ggf. auch nur vorübergehend oder als Test. Weitere Möglichkeit der Operator liefert das
Objekt der Begierde an ein Abholfach in der Nähe oder gar neben dem Automaten. Wenn
das dann Schule macht . . . Könnte funktionieren.

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 02-19

  1. Das Jahr 2019 befindet sich in den ersten Zügen und das Einweg-Plastikverbot rückt näher. Das Thema ist umstritten wird innerhalb der Branche viel diskutiert. Wo sehen Sie hier Entwicklungschancen und wie sollten Operator die Problematik angehen?

Unsere Meinung dazu:
Es klingt hart und man wird uns deshalb vielleicht angehen, doch wie heißt es? „Was nichts kostet, ist auch nichts – bzw. erfährt keine WERT-Schätzung.“  Leider geht’s offensichtlich nur über den Preis verbunden mit einer guten Organisation, dass nämlich die unverzichtbaren Getränkebecher, -schalen und  -hilfen bepfandet werden, mit dem Ziel sie in einem geschlossenen Kreislauf zu halten bzw. zurückzuführen;  oder aber deren Einsatz von vorneherein zu vermeiden. Hört sich für uns hart an, doch geht’s leider nicht anders.  Wer das nicht wahr haben will, schaue sich doch einmal mit offenen Augen das aktuelle Geschehen und Gezerre in der Automobilbranche an. Wir sollten daraus lernen.
PS 2030 werden in Schweden keine Kfz mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen, so die Meldung vom 21.01.2019. Und wer glaubt da noch an nicht nachhaltige Maßnahmen für unsere Branche?

  1. Welche Maschinen sind erfolgsversprechender: InCup oder Kapsel? Was wird präferiert und warum?

Unsere Meinung dazu:
Warum oder? Die Qualität von InCup wird immer besser. Die der Kapsel ist bereits hervorragend. Zu präferieren ist allerdings – nicht zuletzt auch unter Umweltgesichtspunkten – die Öko- oder kompostierbare Kapsel, und nur die.  Hier treffen sich dann Geschmacks- und Öko-Qualität, was Sinn macht.

 

  1. „Wasser ist Leben“ – Wasserfiltration ist ebenfalls ein wichtiges Thema, nicht nur am Wasserdispenser. Die Wasserqualität muss stimmen. Werden wir für dieses Segment auch 2019 wieder einen Aufschwung erleben?

Unsere Meinung dazu:
Wir erleben das allenthalben. Deutschland hinkt nicht nur bei der Pünktlichkeit der Bahn hinterher. Auch in Bereichen wie Internet, Airports, Straßenwesen ist Nachholbedarf. Wenn nach den guten Jahren der Vergangenheit inzwischen auch im Bereich Wasser immer dringenderer Handlungsbedarf angemeldet wird, darf das nicht verwundern.  Die Gülle (auch aus dem Ausland) so wie die Kunststoffrelikte in Fischen lassen aufhorchen. Lassen jedoch auch vorsichtiger werden, als bisher.  Damit die Qualität langfristig sichergestellt ist, bleibt unserer Branche nichts anderes übrig, als aktiv zu werden. Die ergänzende Wasserfiltration ist eine Maßnahme, die zusehends sinnvoll erscheint.  Allerdings sollte diese Maßnahme unseres Erachtens nicht zum Nulltarif realisiert werden. Leider neigt unsere Branche eben zu diesem Fehlverhalten. Hier ist eine stringente und branchenübergreifende Argumentation / Information notwendig, um das erforderliche Bewusstsein zu schaffen.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 1-19

 

  1. Wie würden Sie das Jahr 2018 wirtschaftlich beurteilen? Haben Sie Vorschläge bezüglich neuer Kundenpotenziale, beziehungsweise noch nicht ausgeschöpfter Möglichkeiten für Operator? Welche Innovationen oder Konzepte könnten die Branche im nächsten Jahr weiterbringen?

Unsere Meinung dazu:
Im Rückblick hat unsere Branche eigentlich keinen Grund zu klagen. Unser Markt ist relativ stabil. Natürlich tut bisweilen der Wettbewerb etwas weh, auch bereitet der zunehmende Vandalismus an Außengeräten Sorgen. Sorgen auch deshalb, weil die Beschädigungen,  Brüche und Diebstähle immer noch zu oft seitens der Strafverfolgungsbehörden als Kavaliersdelikte eingestuft werden. Sorgen haben auch die Aufsteller, die mit ihren Automaten auf die Kaufbereitschaft der Kinder angewiesen sind, denn diese Kinder sind immer weniger draußen, vielmehr in Nachmittagsschulen und Kindertagesstätten – sind also als Kunden immer weniger relevant. Eben deshalb muss auch hier neu gedacht werden, sind neue Ansätze für einen erfolgreichen Automatenverkauf erforderlich.
Neue Konzepte sind natürlich immer von Interesse, insbesondere für diejenigen, denen nichts mehr einfällt. Deshalb werden diese auch in der Regel recht schnell kopiert. Hier auch nur 2 oder 3 neue Ansätze zu kommunizieren, mit denen wir z. B. durch Startup-Unternehmer konfrontiert wurden, wäre wohl nicht fair. Zudem: Ist es hier wirklich angebracht  den zu vielen gestrig-orientierten Aufstellern, die einfach nicht „in die Pötte kommen“ auch noch Kreativ-Nachhilfe zu geben? In XING und dem TV wird immer wieder gezeigt, wie’s die Großen à la Mr. Musk von Tesla machen. Die motivieren erst mal die unvorbelasteten Jungen sich zu einem neuen Thema Gedanken zu machen, also kreativ zu sein, sie pushen und fordern diese dann, um sie schließlich einzukaufen und von deren neuestem Knowhow nachhaltig zu profitieren. DAVON ist man in unserer Branche und bei Aufstellern / Operators wohl noch weit entfernt. Das, was sich in den letzten 10 Jahren immerhin getan hat, reicht nicht; weder die innovativen brancheninternen Impulse, noch deren Umsetzung. Was wollen wir da über die Anfragen auf den letzten Messen oder beim VAFA selbst philosophieren. Immer noch dominiert die Aufsteller ihre „Ja, ABER. . . „-Einstellung, also die ewige Bremse.

Was uns weiterbringt, müssen wir selber andenken, entwickeln und auch mal mutig umsetzen. Nicht als Unternehmer allein, sondern als Denkteam der Firma, so wie die im Silicon Valley. Wie dem auch sei, erste Voraussetzung ist die Bereitschaft Neues anzudenken und dann der Mut, es auch zu realisieren. Ach ja, das Kundeninteresse wird durch Innovationen schneller geweckt, als durch Altbekanntes, und Neues wirkt da wie ein Magnet. Kennen wir das nicht auch von uns selber, diesen „Will ich auch haben“-Effekt?

Müßig also, hier einfache Rezepte fürs Morgen zu suchen, Mut zu Neuem Denken aus eigener Kraft des eigenen Teams und die Bereitschaft zur Umsetzung der entwickelten Ideen muss her. Ganz anders als bisher. Nur so laufen wir nicht alle und immer wieder demselben Ball nach.

  1. Welcher Trend ist Ihnen in 2018 aufgefallen? Welche sehen Sie für 2019?

Unsere Meinung dazu:
Lediglich mit Standardprodukten gefüllte Geräte verlieren immer öfter ihre Zugkraft. Wenn sich der FACH-Aufsteller / Vending-Operator nicht als Produktmanager im Kundeninteresse versteht, hat er 2018 viele Chancen verpasst. DAS sollte auf jeden Fall eine Aufgabe sein für 2019. Nicht leicht, was Neues anzutesten, um zu sehen, was geht. Und was in Stadt X geht, muss sich nicht auch in Stadt Y gleichermaßen verkaufen. Kurz, hier wird erkennbar, wie wichtig ein lebendiges Sortiment ist und wie wichtig eine Sortimentspolitik für jedes Gerät per Telemetrie ist. Inwieweit es da zudem von Bedeutung ist, auf unterschiedlichste Bezahlmöglichkeiten zugreifen zu können, versteht sich von selbst. Der Trend wird Bi sein: Cash und Cashless.

  1. Welche Segmente aus Heiß/Kalt/Snack/Payment entwickelten sich 2018 am stärksten? Was sind Ihre Ziele, Ihre Erwartungen an 2019?

Unsere Meinung dazu:
Welche Segmente  . . . ? Wenn ich das wüsste, der Markt wohl meiner. Eine beträchtliche Anzahl der Aufsteller / Operator weiß das ja nicht einmal selber, wenn sie gefragt werden.
Erwartungen?  Da hat der VAFA eine ganze Reihe wie z.B. die folgenden.
Weniger Fusionen – Top- und innovative Sortimentspolitik der Fach-Aufsteller / Operator – Mehr Startups mit auch uns „schräg“ erscheinenden Ideen – Schönere und gepflegtere Außenautomaten – Weniger Vandalismus – Weniger Vorschriften seitens des Staates und seiner Administration – Einfachere Steuergesetze – Weniger Wirrwarr bei Umweltvorgaben – Diesel . . . diese Katastrophe schreit nach einer auch wirklich realisierbaren Lösung, ohne dass wir offensichtlich immer noch mehr verar . . . werden – Mehr Platz für Automaten auch im öffentlichen Bereich – Realistische Sonderabgaben, die nicht durch die kommunale Gier oder bisweilen auch Not bestimmt werden – Aber auch Provisionen die wirklich bezahlt werden – Mehr ehrliche Aufsteller – Mehr professionelle Aufsteller, die auch noch zertifiziert sind – Mehr qualifizierte Mitarbeiter – Mehr engagierte und im VAFA organisierte Unternehmer – u.s.w. … Ach ja, noch etwas: Ich möchte mich an Automaten (insbesondere an Spiralgeräten) einfach nicht mehr bücken müssen. Das ist ein uralter und bis heute unzureichend erfüllter Wunsch aus den 1990er Jahren!!! Und nicht nur von mir.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 04-18

1. Welche Vorteile bieten Coffee Corners den Operatorn und wie stark werden speziell
eingerichtete Locations genutzt? Wie könnten hier die Entwicklungen und Tendenzen
aussehen?

Unsere Meinung dazu:
Coffee Corners z.B. in Schulen, das ist mehr als ein Meeting-Point, Feel good und Gruppenentwick-
lung gehen hier besser, Kommunikation, Identifikation und Integration über die Kaffeekultur sind

hier ehr vorstellbar als auf einem langweiligen Schulhof. Und da es Coffee Corners nicht nur in
Schulen gibt, sondern zunehmend auch In Büros und Produktion, kommt hier etwas auf, was man mit
Lebensqualität und emotionaler Bindung bezeichnen kann. Zunehmend erkennen auch
Unternehmer, wer sich wohlfühlt, leistet auch mehr und bringt bessere Resultate. Das soll doch
einen motivierenden Schluck Kaffee in angenehmem Ambiente wert sein. Oder?

2. Welche Automatenumbauungen werden zu welchem Zweck genutzt? Wie wichtig sind
mittlerweile Sicherheitsfaktoren und verkaufsfördernde Aspekte – halten diese sich die
Waage?

Unsere Meinung dazu:
1. Sicherheit, 2. Design, 3. VF
Setzen Sie sich einmal in eine S-Bahn und beobachten, wie Dinge „behandelt“, besser malträtiert

werden, die gar nichts dafür können. Wachsende, allgegenwärtige Aggressionen finden auch gegen-
über Gegenständen im öffentlichen Bereich meist ihren Blitzableiter; bisweilen sind leider auch

Personen die Opfer.
Wer hier als Automatenbetreiber sicher gehen will, der sichert seine (sensiblen) Geräte soweit wie
möglich. Eine professionelle Umbauung macht hier Sinn, hält einem ersten Vandalismusversuch
stand und lässt sich zudem hervorragend im Sinne der Verkaufsförderung nutzen. Auf jeden Fall
besser, als wenn die Seiten der Automaten auch noch Grafite-mäßig bearbeitet werden.

3. Greifen im Bereich Coffee Corners andere Konzepte und Preisstrategien als im reinen
Automatengeschäft? Wird sich hier auf Premium-Qualität im OCS konzentriert?

Unsere Meinung dazu:
Coffee Corner-Betreiber können durchaus unterschiedlichste Ansprüche haben: Premium, aber auch
Low Level. Auch vom Preisniveau her: Bezahlbar, high Level oder gar kostenfrei. Das hängt ab von
den Rahmenbedingungen ab und dem jeweils verfolgten Konzept. Und das ist völlig anders als „nur“
ein Vending-Konzept.
Wie überall dürfte letztendlich auch hier nicht der billige Jakob der Gewinner sein, sondern der

Anbieter, der den Coffee Corner-Nutzer immer wieder positiv überrascht, mit kleinen Annehm-
lichkeiten, Zugaben und Qualität. Und ihn Tag für Tag aufs Neue begeistert und gewinnt. Mit Qualität

und nochmals mit Qualität.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 12-18

1. Resümierend zum Jahr 2018: Welche Trends gab es im Bereich Heiß- und
Kaltgetränke? Können Sie hier spezielle Tendenzen feststellen?

Unsere Meinung dazu:
Alle scheint möglich zwischen „The same procedure than last year“ und auf den Kopf
gestellten Teilmärkten. Einerseits heißt’ s „Bohne, Bohne und nichts andres“, andererseits ist
man überzeugt, höhere Qualität auch mit „Kaffee ohne viel Aufwand“, also Incup, zu
erreichen. Immer wieder taucht der Begriff auf vom zweigeteilten Markt. Der Markt ist geteilt.
Schlecht, wenn‘ s der Verband nicht doch noch besser wüsste. Es gibt noch eine dritte
Variante, wo z. B. auch Incup wieder rückläufig zu sein scheinen und qualitativ hochwertige
Kaffee- und Kakaospezialitäten – nicht zuletzt auch im Sinne des Mehrweggedankens und
Drucks der Kunden – erfolgreich mit steigenden Absatzzahlen in TASSEN abgegeben
werden. Was da bezogen auf unsere gesamte Branche zutrifft, schwer zu sagen . . .?
Kaum eine Rolle spielen offensichtlich mehr, das wundert, die einst doch hoch gepriesenen
flavorisierten Heißgetränkespezialitäten.
Kaltes? Zuckerarm, ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker? Da scheint sich
unsere Branche noch sehr zurückzuhalten. Wasser hingegen ist gefragt wie nie. Und die
Süßgetränke laufen auch weiterhin bestens in einem extrem umkämpften Markt, wo
inzwischen nicht mehr jeder oder jeder zweite die Coca-Cola „zieht“, sondern auch deren
Mitbewerber erheblich aufholen und den Amerikanern die ehemalige Dominanz immer
strittiger machen.

2. Haben Operator spezielle Winteraktionen im Bereich Heißgetränke oder anderen
Segmenten angeboten bzw. haben sie vor, solche im Winter anzubieten?

Unsere Meinung dazu:
Da uns, dem VAFA, diesbezüglich keine derartige Aktion bekannt ist, haben wir das einfach
mal telefonisch hinterfragt. Mit eindeutigem Resultat, nämlich einem mehrfachen „NEIN“.

3. Wie hat sich die Entwicklung in Sachen frischer und regionaler Produkte aus dem
Automaten dieses Jahr gestaltet? Ist ein Wandel in Richtung regionaler und frischer
Produkte festzustellen?

Unsere Meinung dazu:
Der Distribution von innovativen Produkten aus Automaten kommt hierzulande bis heute
noch nicht in dem Maße die Rolle des Eisbrechers zu, wie dies eher in Japan der Fall ist, wo

die Produktakzeptanz über Automaten oftmals angetestet wird. So ist das auch mit Frische-
und Regionalprodukten. Sie sind eher die Ausreißer, nicht durchschlagend und nur bedingt
systembedingt distribuierbar.
Da das fürs Vending bestimmt Sortiment eher eine Rolle für die Grundversorgung spielt,
sehen die Aufsteller sich hier überwiegend in der Rolle des Reagierens, denn der des
Agierens. Zu viele Flops mit ausgefallenen Produkten, lassen unsere Branchenmitglieder
aus Erfahrung offenbar vorsichtig sein.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 11-18

1. Werden innerhalb der Branche Food-Lösungen aus dem Automaten als Chance für
die Zukunft eingeschätzt? Wie verhält es sich hier mit Marktanteilen und Tendenzen?
Ist es bereits weit verbreite, sein Mittagessen aus dem Automaten zu beziehen oder
gibt es hier noch Ausbaumöglichkeiten?

Unsere Meinung dazu:
Natürlich sind Food-Lösungen aus dem Automaten eine Chance. Töricht, diese nicht zu

nutzen, denn die Entwicklung hin zu einem individuelleren wie auch komplexeren Produkt-
angebot geht auch an uns und dem Vertrieb über Automaten nicht vorbei. Unsere Kunden

erwarten inzwischen einfach mehr als nur die „Klassiker“.
Der Fachaufsteller / Vending-Operator wird jeweils austesten müssen, was wo geht. Stets
nach dem bekannten Toyota-Satz: Nichts ist unmöglich. Und dann sehen, was geht. Gut,
wenn er sich da bezüglich seines Angebots gegenüber seinen Vertragspartnern
(Platzgebern) nicht hat einengen lassen. Wichtig dabei, dass das, was angeboten wird, eine
Nische füllt und mit einem vorhandenen Angebot ggf. sogar korrespondiert, von hoher
Qualität ist und am besten auch noch Folgekäufe auslöst.
Dass die Zukunft schon begonnen hat und was alles aus Automaten „geht“, erkennt man
schnell bei einem Blick ins benachbarte Ausland. Die Niederlande – Automatenmeister –
verkaufen diesbezüglich bereits viel mehr aus vielfältig gestalteten, attraktiven Automaten;
und da nicht nur Frikandeln! Stellen Sie sich dort einmal neben so eine Anlage. Sie werden
überrascht sein, was dort abgeht! Da entstehen schon beim Zusehen Marktanteile, wo wir
Deutschen noch kaum dran zu denken wagen. Tendenz? Positiv. Die Zukunft hat DORT
bereits begonnen. Der schnelle Snack, also auch der zur Mittagszeit, kommt nicht nur von
den Mac Donalds und Co. Der ist – natürlich nicht identisch – auch aus dem Automaten
möglich; so wie der Kaffee oder Joghurt oder . . . Wie heißt’ s doch? Wer wagt, gewinnt, und
wer dabei noch schneller als sein Mitbewerber ist, erst recht. Gut also, wer heute auch als
Mittelständler diese Chancen und Potenziale erkennt und wahrnimmt und strategische
Marktanteile sowie ihre Aufteilung nicht nur den großen Unternehmen wie z. B. Lavazza,
Dallmayr und Selecta überlässt.
2. Die Snackification ist im vollen Gange. Dominieren im Food-Sektor auch in Zukunft
die klassischen Snack-Automaten? Bevorzugen die Verbraucher heiße Gerichte oder
kalte Snacks in Kombination mit Kaltgetränken (Kombi-Lösungen)? Wie verhält es
sich insbesondere im OCS-Sektor?

Unsere Meinung dazu:
Snackification ist im Prinzip gut. Es kann uns doch – fast – nichts Besseres widerfahren, nur,
wie lange wird dieser Trend wohl anhalten? Auch hier wird das Wachstum auf dieses
Segment bezogen nicht grenzenlos sein, sollte das Bestreben darin bestehen, den Kunden
foodmäßig im Rahmen der Möglichkeiten einfach rundum zu versorgen, also zum 100%-
Kunden zu machen. Und das z. B. im Betriebsmarkt möglichst ohne Mitbewerber.
Ob die Verbraucher nun klassische Kombilösungen Heiß-Kalt-Snack wünschen oder die
„…und mehr“-Variante im Angebot sehen möchten und nutzen, hängt vom Ideenreichtum
des Aufstellers und nicht zuletzt von seinem professionell gestylten Marketing in Bezug auf
seine Zielgruppe ab, also den wirklich innovativen Produktideen. Also bitte keinen alten Wein

in neuen Schläuchen. Das klappt hier nicht.
Wie gut oder schlecht die Entwicklung für jeden verläuft, zeigte sich auch am OCS-Business.

Wer das seinerzeit richtig angegangen ist, kann sich heute über eine stärkere Kundenbin-
dung freuen, als sie bei denen besteht, die seinerzeit nur Standgeräte platziert haben.

Lassen Sie uns doch die Herausforderungen mit dem Food-Bereich so sehen, wie seinerzeit
das OCS-Geschäft. Wir kommen noch näher an unsere Kunden heran, sind also präsenter
und verdienen dabei bei einem insgesamt umkämpften Markt auch noch Geld.

3. In welchem Umfeld werden vermehrt Food- und Snack-Automaten platziert und nach

welchen Kriterien wählen Verbraucher die Produkte aus? Sind Bio- und Fairtrade-
Zertifizierungen ein Verkaufsargument?

Unsere Meinung dazu:
Fragen wir doch den Bauern, der seinen Kunden (nicht nur) über Automaten Produkte
verkauft, die zudem NICHT mit Wasser „aufgepeppt“ wurden. Nach welchen Kriterien trifft er
die Vorauswahl. Und am Bahnhof sieht das wiederum ganz anders aus wie auch bei der
betrieblichen Verpflegung. Wir haben keinen einheitlichen Markt. Wäre doch schön, oder?
Nein, jeder Standort tickt inzwischen anders. Und genau da ist unser individuelles Knowhow
als Aufsteller / Vending-Operator gefragt. Generelle Aussagen lassen sich bei unserer
heterogenen Kientel immer schwieriger treffen und verlangen vom Automatenbetreiber
einfach hohe Sensibilität und viel Fingerspitzengefühl. Unverkennbar ist dabei jedoch der
Trend hin zu Produkten aus der Region, Bio sowie Fairtrade. In dieser Beziehung steht ein
Großteil unserer Branche erst am Anfang, ganz am Anfang!

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 10-18

1. Gehört dem bargeldlosen Bezahlen die Zukunft und wie steht es um Operator und
Unternehmen, die sich dieser Entwicklung verschließen? Lohnt es sich weiterhin
ausschließlich auf Cash Payment zu setzen?

Unsere Meinung dazu:
Sicher sind wir allesamt Gewohnheitstiere, so auch, was das Bezahlen mit Bargeld
angeht. Selbst wenn wir weiterhin Anhänger des Cash Payments bleiben wollen, so wird
es doch vernünftig sein auch andere Optionen zuzulassen. Im Betriebsmarkt und in
weiten öffentlichen Bereichen ist „Bargeldlos“ bereits zu einem hohen Prozentsatz
realisiert und das Bezahlen mit unserem guten, alten Bargeld wird mehr und mehr
zurückgedrängt. Verschließen wir nicht die Augen davor. Im europäischen Ausland ist
unschwer zu erkennen, wie rasant das Cashless Payment sich durchsetzt. Zahlen mit
Karte oder Mobile ist inzwischen auch für die Jüngeren selbstverständlich; und an diesen
muss sich der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator mittelfristig orientieren,
denn schon unsere 3-jährigen Kids spielen mit ihren Handys . . . und werden später eben
damit bezahlen wollen.
Natürlich ist die Umstellung – ggf. auch auf eine Kombination von Cash- und Cashless –

für weite Bereiche unserer Branche kein „Zuckerschlecken“, ist verbunden mit erheb-
lichen Investitionen, ggf. sogar Neugeräten sowie einer neuen internen Ablaufstruktur für

das Abrechnungswesen. Auch wird jeder, der nun umsteigt, seine umzurüstenden Plätze
vorab dahingehend kritisch prüfen müssen, inwiefern dies technisch möglich ist und sich
eine solche Investition überhaupt lohnt. Cashless macht mittelfristig auf jeden Fall Sinn,
denn es wird immer flexibler und die kostenintensive Bargeldabwicklung wird wohl nicht
gänzlich,jedoch stark reduziert werden. Ach ja, auch ein Teil unserer Gerätehersteller ist
bei diesem Thema noch gefordert, nämlich zeitgemäße Technik zu liefern, die Chashless
zulässt.
Vorteile? Ja, es gibt einige: Wie oben beschrieben, die BARGELD-Abwicklung kann ggf.
komplett entfallen, Prozesse werden automatisiert, die Produktsteuerung wird verbessert,
über Telemetrie ist zudem noch einiges mehr möglich. Was hingegen immer weniger
möglich / attraktiv wird, sind dann die Diebstähle und wahrscheinlich auch der
Vandalismus; jedenfalls bleibt das zu hoffen.
Resümee: Fangen Sie, sofern noch nicht erfolgt, alsbald an mit Cashless. Suchen Sie Rat
bei Profis und Kollegen, sammeln Sie ihre eigenen Erfahrungen, ohne jedoch jede noch
einmal machen zu müssen. Gehören Sie nicht zu jenen, die zu spät kommen und die das
Leben bestraft.
2. Welche Entwicklung hat das Cashless Payment in 2017/18 genommen? Wohin
geht der Weg?

Unsere Meinung dazu:
Die Bandbreite des Cashless Payment ist enorm und die Marktdurchdringung rasant.
Inhouse-Lösungen werden schon lange gekoppelt an z. B. Zugangslegitimationen. Im
Outdoor-Bereich geht‘s über Bank Card / NFC / Handy. Schauen wir nach Schweden, wo
bereits Mini-Chiplösungen einsetzbar sind, die unter die Haut gesetzt, nicht nur das
Bezahlen erleichtern sondern auch weitere Optionen z. B. für die Krankenkassen
beinhalten, nach dem Motto „Immer alles dabei“.
Ob diese Zukunftsszenarien dieser Art gut oder schlecht sind, ist im Rahmen dieser
Ausführungen eher weniger relevant. Auf jeden Fall wird unser Marketing von morgen die
durch das Cashless Payment (und die Telemetrie) differenzierten Erkenntnisse nutzen
und das Angebot noch besser und flexibler auf die Wünsche der Kunden abstellen
können. Z. B. auch für Sonderangebote und sogenannt „krumme“ Preise wie wir sie von
den Tankstellen kennen.

3. Für wen lohnen sich Telemetrie-Lösungen und wie verbreitet sind sie?

Unsere Meinung dazu:
Cashless und mit ihm die Telemetrie-Lösungen sind ein ideales Paar. Logisch, dass das

nicht für einen älteren Kaugummi-Automaten gilt, hingegen für alle Automaten-
Verkaufsoptionen, die kundennah sein wollen durch wechselnde Produkte, attraktive und

auch kurzfristig flexible Preisgestaltung und ggf. Dialogfähigkeit mit dem Kunden.
Transparenz gilt natürlich auch für die andere Seite des „Verkaufstisches“, Transparenz
der Abverkäufe und Einnahmen, technische Checks und Diagnosen, etc. sind nur einige
wenige Aspekte „pro Telemetrie“.
Wie verbreitet sie sind? Ganz einfach: In Deutschland NOCH ZU WENIG, wie oben bereits
geschrieben. Doch das entwickelt sich, auch wenn’s im Ausland wie z. B. Frankreich oder
Schweden viel schneller vorangeht.

Paul Brühl / VAFA e.V.