VAFA zum Thema …

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 1-19

 

  1. Wie würden Sie das Jahr 2018 wirtschaftlich beurteilen? Haben Sie Vorschläge bezüglich neuer Kundenpotenziale, beziehungsweise noch nicht ausgeschöpfter Möglichkeiten für Operator? Welche Innovationen oder Konzepte könnten die Branche im nächsten Jahr weiterbringen?

Unsere Meinung dazu:
Im Rückblick hat unsere Branche eigentlich keinen Grund zu klagen. Unser Markt ist relativ stabil. Natürlich tut bisweilen der Wettbewerb etwas weh, auch bereitet der zunehmende Vandalismus an Außengeräten Sorgen. Sorgen auch deshalb, weil die Beschädigungen,  Brüche und Diebstähle immer noch zu oft seitens der Strafverfolgungsbehörden als Kavaliersdelikte eingestuft werden. Sorgen haben auch die Aufsteller, die mit ihren Automaten auf die Kaufbereitschaft der Kinder angewiesen sind, denn diese Kinder sind immer weniger draußen, vielmehr in Nachmittagsschulen und Kindertagesstätten – sind also als Kunden immer weniger relevant. Eben deshalb muss auch hier neu gedacht werden, sind neue Ansätze für einen erfolgreichen Automatenverkauf erforderlich.
Neue Konzepte sind natürlich immer von Interesse, insbesondere für diejenigen, denen nichts mehr einfällt. Deshalb werden diese auch in der Regel recht schnell kopiert. Hier auch nur 2 oder 3 neue Ansätze zu kommunizieren, mit denen wir z. B. durch Startup-Unternehmer konfrontiert wurden, wäre wohl nicht fair. Zudem: Ist es hier wirklich angebracht  den zu vielen gestrig-orientierten Aufstellern, die einfach nicht „in die Pötte kommen“ auch noch Kreativ-Nachhilfe zu geben? In XING und dem TV wird immer wieder gezeigt, wie’s die Großen à la Mr. Musk von Tesla machen. Die motivieren erst mal die unvorbelasteten Jungen sich zu einem neuen Thema Gedanken zu machen, also kreativ zu sein, sie pushen und fordern diese dann, um sie schließlich einzukaufen und von deren neuestem Knowhow nachhaltig zu profitieren. DAVON ist man in unserer Branche und bei Aufstellern / Operators wohl noch weit entfernt. Das, was sich in den letzten 10 Jahren immerhin getan hat, reicht nicht; weder die innovativen brancheninternen Impulse, noch deren Umsetzung. Was wollen wir da über die Anfragen auf den letzten Messen oder beim VAFA selbst philosophieren. Immer noch dominiert die Aufsteller ihre „Ja, ABER. . . „-Einstellung, also die ewige Bremse.

Was uns weiterbringt, müssen wir selber andenken, entwickeln und auch mal mutig umsetzen. Nicht als Unternehmer allein, sondern als Denkteam der Firma, so wie die im Silicon Valley. Wie dem auch sei, erste Voraussetzung ist die Bereitschaft Neues anzudenken und dann der Mut, es auch zu realisieren. Ach ja, das Kundeninteresse wird durch Innovationen schneller geweckt, als durch Altbekanntes, und Neues wirkt da wie ein Magnet. Kennen wir das nicht auch von uns selber, diesen „Will ich auch haben“-Effekt?

Müßig also, hier einfache Rezepte fürs Morgen zu suchen, Mut zu Neuem Denken aus eigener Kraft des eigenen Teams und die Bereitschaft zur Umsetzung der entwickelten Ideen muss her. Ganz anders als bisher. Nur so laufen wir nicht alle und immer wieder demselben Ball nach.

  1. Welcher Trend ist Ihnen in 2018 aufgefallen? Welche sehen Sie für 2019?

Unsere Meinung dazu:
Lediglich mit Standardprodukten gefüllte Geräte verlieren immer öfter ihre Zugkraft. Wenn sich der FACH-Aufsteller / Vending-Operator nicht als Produktmanager im Kundeninteresse versteht, hat er 2018 viele Chancen verpasst. DAS sollte auf jeden Fall eine Aufgabe sein für 2019. Nicht leicht, was Neues anzutesten, um zu sehen, was geht. Und was in Stadt X geht, muss sich nicht auch in Stadt Y gleichermaßen verkaufen. Kurz, hier wird erkennbar, wie wichtig ein lebendiges Sortiment ist und wie wichtig eine Sortimentspolitik für jedes Gerät per Telemetrie ist. Inwieweit es da zudem von Bedeutung ist, auf unterschiedlichste Bezahlmöglichkeiten zugreifen zu können, versteht sich von selbst. Der Trend wird Bi sein: Cash und Cashless.

  1. Welche Segmente aus Heiß/Kalt/Snack/Payment entwickelten sich 2018 am stärksten? Was sind Ihre Ziele, Ihre Erwartungen an 2019?

Unsere Meinung dazu:
Welche Segmente  . . . ? Wenn ich das wüsste, der Markt wohl meiner. Eine beträchtliche Anzahl der Aufsteller / Operator weiß das ja nicht einmal selber, wenn sie gefragt werden.
Erwartungen?  Da hat der VAFA eine ganze Reihe wie z.B. die folgenden.
Weniger Fusionen – Top- und innovative Sortimentspolitik der Fach-Aufsteller / Operator – Mehr Startups mit auch uns „schräg“ erscheinenden Ideen – Schönere und gepflegtere Außenautomaten – Weniger Vandalismus – Weniger Vorschriften seitens des Staates und seiner Administration – Einfachere Steuergesetze – Weniger Wirrwarr bei Umweltvorgaben – Diesel . . . diese Katastrophe schreit nach einer auch wirklich realisierbaren Lösung, ohne dass wir offensichtlich immer noch mehr verar . . . werden – Mehr Platz für Automaten auch im öffentlichen Bereich – Realistische Sonderabgaben, die nicht durch die kommunale Gier oder bisweilen auch Not bestimmt werden – Aber auch Provisionen die wirklich bezahlt werden – Mehr ehrliche Aufsteller – Mehr professionelle Aufsteller, die auch noch zertifiziert sind – Mehr qualifizierte Mitarbeiter – Mehr engagierte und im VAFA organisierte Unternehmer – u.s.w. … Ach ja, noch etwas: Ich möchte mich an Automaten (insbesondere an Spiralgeräten) einfach nicht mehr bücken müssen. Das ist ein uralter und bis heute unzureichend erfüllter Wunsch aus den 1990er Jahren!!! Und nicht nur von mir.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 04-18

1. Welche Vorteile bieten Coffee Corners den Operatorn und wie stark werden speziell
eingerichtete Locations genutzt? Wie könnten hier die Entwicklungen und Tendenzen
aussehen?

Unsere Meinung dazu:
Coffee Corners z.B. in Schulen, das ist mehr als ein Meeting-Point, Feel good und Gruppenentwick-
lung gehen hier besser, Kommunikation, Identifikation und Integration über die Kaffeekultur sind

hier ehr vorstellbar als auf einem langweiligen Schulhof. Und da es Coffee Corners nicht nur in
Schulen gibt, sondern zunehmend auch In Büros und Produktion, kommt hier etwas auf, was man mit
Lebensqualität und emotionaler Bindung bezeichnen kann. Zunehmend erkennen auch
Unternehmer, wer sich wohlfühlt, leistet auch mehr und bringt bessere Resultate. Das soll doch
einen motivierenden Schluck Kaffee in angenehmem Ambiente wert sein. Oder?

2. Welche Automatenumbauungen werden zu welchem Zweck genutzt? Wie wichtig sind
mittlerweile Sicherheitsfaktoren und verkaufsfördernde Aspekte – halten diese sich die
Waage?

Unsere Meinung dazu:
1. Sicherheit, 2. Design, 3. VF
Setzen Sie sich einmal in eine S-Bahn und beobachten, wie Dinge „behandelt“, besser malträtiert

werden, die gar nichts dafür können. Wachsende, allgegenwärtige Aggressionen finden auch gegen-
über Gegenständen im öffentlichen Bereich meist ihren Blitzableiter; bisweilen sind leider auch

Personen die Opfer.
Wer hier als Automatenbetreiber sicher gehen will, der sichert seine (sensiblen) Geräte soweit wie
möglich. Eine professionelle Umbauung macht hier Sinn, hält einem ersten Vandalismusversuch
stand und lässt sich zudem hervorragend im Sinne der Verkaufsförderung nutzen. Auf jeden Fall
besser, als wenn die Seiten der Automaten auch noch Grafite-mäßig bearbeitet werden.

3. Greifen im Bereich Coffee Corners andere Konzepte und Preisstrategien als im reinen
Automatengeschäft? Wird sich hier auf Premium-Qualität im OCS konzentriert?

Unsere Meinung dazu:
Coffee Corner-Betreiber können durchaus unterschiedlichste Ansprüche haben: Premium, aber auch
Low Level. Auch vom Preisniveau her: Bezahlbar, high Level oder gar kostenfrei. Das hängt ab von
den Rahmenbedingungen ab und dem jeweils verfolgten Konzept. Und das ist völlig anders als „nur“
ein Vending-Konzept.
Wie überall dürfte letztendlich auch hier nicht der billige Jakob der Gewinner sein, sondern der

Anbieter, der den Coffee Corner-Nutzer immer wieder positiv überrascht, mit kleinen Annehm-
lichkeiten, Zugaben und Qualität. Und ihn Tag für Tag aufs Neue begeistert und gewinnt. Mit Qualität

und nochmals mit Qualität.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 12-18

1. Resümierend zum Jahr 2018: Welche Trends gab es im Bereich Heiß- und
Kaltgetränke? Können Sie hier spezielle Tendenzen feststellen?

Unsere Meinung dazu:
Alle scheint möglich zwischen „The same procedure than last year“ und auf den Kopf
gestellten Teilmärkten. Einerseits heißt’ s „Bohne, Bohne und nichts andres“, andererseits ist
man überzeugt, höhere Qualität auch mit „Kaffee ohne viel Aufwand“, also Incup, zu
erreichen. Immer wieder taucht der Begriff auf vom zweigeteilten Markt. Der Markt ist geteilt.
Schlecht, wenn‘ s der Verband nicht doch noch besser wüsste. Es gibt noch eine dritte
Variante, wo z. B. auch Incup wieder rückläufig zu sein scheinen und qualitativ hochwertige
Kaffee- und Kakaospezialitäten – nicht zuletzt auch im Sinne des Mehrweggedankens und
Drucks der Kunden – erfolgreich mit steigenden Absatzzahlen in TASSEN abgegeben
werden. Was da bezogen auf unsere gesamte Branche zutrifft, schwer zu sagen . . .?
Kaum eine Rolle spielen offensichtlich mehr, das wundert, die einst doch hoch gepriesenen
flavorisierten Heißgetränkespezialitäten.
Kaltes? Zuckerarm, ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker? Da scheint sich
unsere Branche noch sehr zurückzuhalten. Wasser hingegen ist gefragt wie nie. Und die
Süßgetränke laufen auch weiterhin bestens in einem extrem umkämpften Markt, wo
inzwischen nicht mehr jeder oder jeder zweite die Coca-Cola „zieht“, sondern auch deren
Mitbewerber erheblich aufholen und den Amerikanern die ehemalige Dominanz immer
strittiger machen.

2. Haben Operator spezielle Winteraktionen im Bereich Heißgetränke oder anderen
Segmenten angeboten bzw. haben sie vor, solche im Winter anzubieten?

Unsere Meinung dazu:
Da uns, dem VAFA, diesbezüglich keine derartige Aktion bekannt ist, haben wir das einfach
mal telefonisch hinterfragt. Mit eindeutigem Resultat, nämlich einem mehrfachen „NEIN“.

3. Wie hat sich die Entwicklung in Sachen frischer und regionaler Produkte aus dem
Automaten dieses Jahr gestaltet? Ist ein Wandel in Richtung regionaler und frischer
Produkte festzustellen?

Unsere Meinung dazu:
Der Distribution von innovativen Produkten aus Automaten kommt hierzulande bis heute
noch nicht in dem Maße die Rolle des Eisbrechers zu, wie dies eher in Japan der Fall ist, wo

die Produktakzeptanz über Automaten oftmals angetestet wird. So ist das auch mit Frische-
und Regionalprodukten. Sie sind eher die Ausreißer, nicht durchschlagend und nur bedingt
systembedingt distribuierbar.
Da das fürs Vending bestimmt Sortiment eher eine Rolle für die Grundversorgung spielt,
sehen die Aufsteller sich hier überwiegend in der Rolle des Reagierens, denn der des
Agierens. Zu viele Flops mit ausgefallenen Produkten, lassen unsere Branchenmitglieder
aus Erfahrung offenbar vorsichtig sein.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 11-18

1. Werden innerhalb der Branche Food-Lösungen aus dem Automaten als Chance für
die Zukunft eingeschätzt? Wie verhält es sich hier mit Marktanteilen und Tendenzen?
Ist es bereits weit verbreite, sein Mittagessen aus dem Automaten zu beziehen oder
gibt es hier noch Ausbaumöglichkeiten?

Unsere Meinung dazu:
Natürlich sind Food-Lösungen aus dem Automaten eine Chance. Töricht, diese nicht zu

nutzen, denn die Entwicklung hin zu einem individuelleren wie auch komplexeren Produkt-
angebot geht auch an uns und dem Vertrieb über Automaten nicht vorbei. Unsere Kunden

erwarten inzwischen einfach mehr als nur die „Klassiker“.
Der Fachaufsteller / Vending-Operator wird jeweils austesten müssen, was wo geht. Stets
nach dem bekannten Toyota-Satz: Nichts ist unmöglich. Und dann sehen, was geht. Gut,
wenn er sich da bezüglich seines Angebots gegenüber seinen Vertragspartnern
(Platzgebern) nicht hat einengen lassen. Wichtig dabei, dass das, was angeboten wird, eine
Nische füllt und mit einem vorhandenen Angebot ggf. sogar korrespondiert, von hoher
Qualität ist und am besten auch noch Folgekäufe auslöst.
Dass die Zukunft schon begonnen hat und was alles aus Automaten „geht“, erkennt man
schnell bei einem Blick ins benachbarte Ausland. Die Niederlande – Automatenmeister –
verkaufen diesbezüglich bereits viel mehr aus vielfältig gestalteten, attraktiven Automaten;
und da nicht nur Frikandeln! Stellen Sie sich dort einmal neben so eine Anlage. Sie werden
überrascht sein, was dort abgeht! Da entstehen schon beim Zusehen Marktanteile, wo wir
Deutschen noch kaum dran zu denken wagen. Tendenz? Positiv. Die Zukunft hat DORT
bereits begonnen. Der schnelle Snack, also auch der zur Mittagszeit, kommt nicht nur von
den Mac Donalds und Co. Der ist – natürlich nicht identisch – auch aus dem Automaten
möglich; so wie der Kaffee oder Joghurt oder . . . Wie heißt’ s doch? Wer wagt, gewinnt, und
wer dabei noch schneller als sein Mitbewerber ist, erst recht. Gut also, wer heute auch als
Mittelständler diese Chancen und Potenziale erkennt und wahrnimmt und strategische
Marktanteile sowie ihre Aufteilung nicht nur den großen Unternehmen wie z. B. Lavazza,
Dallmayr und Selecta überlässt.
2. Die Snackification ist im vollen Gange. Dominieren im Food-Sektor auch in Zukunft
die klassischen Snack-Automaten? Bevorzugen die Verbraucher heiße Gerichte oder
kalte Snacks in Kombination mit Kaltgetränken (Kombi-Lösungen)? Wie verhält es
sich insbesondere im OCS-Sektor?

Unsere Meinung dazu:
Snackification ist im Prinzip gut. Es kann uns doch – fast – nichts Besseres widerfahren, nur,
wie lange wird dieser Trend wohl anhalten? Auch hier wird das Wachstum auf dieses
Segment bezogen nicht grenzenlos sein, sollte das Bestreben darin bestehen, den Kunden
foodmäßig im Rahmen der Möglichkeiten einfach rundum zu versorgen, also zum 100%-
Kunden zu machen. Und das z. B. im Betriebsmarkt möglichst ohne Mitbewerber.
Ob die Verbraucher nun klassische Kombilösungen Heiß-Kalt-Snack wünschen oder die
„…und mehr“-Variante im Angebot sehen möchten und nutzen, hängt vom Ideenreichtum
des Aufstellers und nicht zuletzt von seinem professionell gestylten Marketing in Bezug auf
seine Zielgruppe ab, also den wirklich innovativen Produktideen. Also bitte keinen alten Wein

in neuen Schläuchen. Das klappt hier nicht.
Wie gut oder schlecht die Entwicklung für jeden verläuft, zeigte sich auch am OCS-Business.

Wer das seinerzeit richtig angegangen ist, kann sich heute über eine stärkere Kundenbin-
dung freuen, als sie bei denen besteht, die seinerzeit nur Standgeräte platziert haben.

Lassen Sie uns doch die Herausforderungen mit dem Food-Bereich so sehen, wie seinerzeit
das OCS-Geschäft. Wir kommen noch näher an unsere Kunden heran, sind also präsenter
und verdienen dabei bei einem insgesamt umkämpften Markt auch noch Geld.

3. In welchem Umfeld werden vermehrt Food- und Snack-Automaten platziert und nach

welchen Kriterien wählen Verbraucher die Produkte aus? Sind Bio- und Fairtrade-
Zertifizierungen ein Verkaufsargument?

Unsere Meinung dazu:
Fragen wir doch den Bauern, der seinen Kunden (nicht nur) über Automaten Produkte
verkauft, die zudem NICHT mit Wasser „aufgepeppt“ wurden. Nach welchen Kriterien trifft er
die Vorauswahl. Und am Bahnhof sieht das wiederum ganz anders aus wie auch bei der
betrieblichen Verpflegung. Wir haben keinen einheitlichen Markt. Wäre doch schön, oder?
Nein, jeder Standort tickt inzwischen anders. Und genau da ist unser individuelles Knowhow
als Aufsteller / Vending-Operator gefragt. Generelle Aussagen lassen sich bei unserer
heterogenen Kientel immer schwieriger treffen und verlangen vom Automatenbetreiber
einfach hohe Sensibilität und viel Fingerspitzengefühl. Unverkennbar ist dabei jedoch der
Trend hin zu Produkten aus der Region, Bio sowie Fairtrade. In dieser Beziehung steht ein
Großteil unserer Branche erst am Anfang, ganz am Anfang!

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 10-18

1. Gehört dem bargeldlosen Bezahlen die Zukunft und wie steht es um Operator und
Unternehmen, die sich dieser Entwicklung verschließen? Lohnt es sich weiterhin
ausschließlich auf Cash Payment zu setzen?

Unsere Meinung dazu:
Sicher sind wir allesamt Gewohnheitstiere, so auch, was das Bezahlen mit Bargeld
angeht. Selbst wenn wir weiterhin Anhänger des Cash Payments bleiben wollen, so wird
es doch vernünftig sein auch andere Optionen zuzulassen. Im Betriebsmarkt und in
weiten öffentlichen Bereichen ist „Bargeldlos“ bereits zu einem hohen Prozentsatz
realisiert und das Bezahlen mit unserem guten, alten Bargeld wird mehr und mehr
zurückgedrängt. Verschließen wir nicht die Augen davor. Im europäischen Ausland ist
unschwer zu erkennen, wie rasant das Cashless Payment sich durchsetzt. Zahlen mit
Karte oder Mobile ist inzwischen auch für die Jüngeren selbstverständlich; und an diesen
muss sich der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator mittelfristig orientieren,
denn schon unsere 3-jährigen Kids spielen mit ihren Handys . . . und werden später eben
damit bezahlen wollen.
Natürlich ist die Umstellung – ggf. auch auf eine Kombination von Cash- und Cashless –

für weite Bereiche unserer Branche kein „Zuckerschlecken“, ist verbunden mit erheb-
lichen Investitionen, ggf. sogar Neugeräten sowie einer neuen internen Ablaufstruktur für

das Abrechnungswesen. Auch wird jeder, der nun umsteigt, seine umzurüstenden Plätze
vorab dahingehend kritisch prüfen müssen, inwiefern dies technisch möglich ist und sich
eine solche Investition überhaupt lohnt. Cashless macht mittelfristig auf jeden Fall Sinn,
denn es wird immer flexibler und die kostenintensive Bargeldabwicklung wird wohl nicht
gänzlich,jedoch stark reduziert werden. Ach ja, auch ein Teil unserer Gerätehersteller ist
bei diesem Thema noch gefordert, nämlich zeitgemäße Technik zu liefern, die Chashless
zulässt.
Vorteile? Ja, es gibt einige: Wie oben beschrieben, die BARGELD-Abwicklung kann ggf.
komplett entfallen, Prozesse werden automatisiert, die Produktsteuerung wird verbessert,
über Telemetrie ist zudem noch einiges mehr möglich. Was hingegen immer weniger
möglich / attraktiv wird, sind dann die Diebstähle und wahrscheinlich auch der
Vandalismus; jedenfalls bleibt das zu hoffen.
Resümee: Fangen Sie, sofern noch nicht erfolgt, alsbald an mit Cashless. Suchen Sie Rat
bei Profis und Kollegen, sammeln Sie ihre eigenen Erfahrungen, ohne jedoch jede noch
einmal machen zu müssen. Gehören Sie nicht zu jenen, die zu spät kommen und die das
Leben bestraft.
2. Welche Entwicklung hat das Cashless Payment in 2017/18 genommen? Wohin
geht der Weg?

Unsere Meinung dazu:
Die Bandbreite des Cashless Payment ist enorm und die Marktdurchdringung rasant.
Inhouse-Lösungen werden schon lange gekoppelt an z. B. Zugangslegitimationen. Im
Outdoor-Bereich geht‘s über Bank Card / NFC / Handy. Schauen wir nach Schweden, wo
bereits Mini-Chiplösungen einsetzbar sind, die unter die Haut gesetzt, nicht nur das
Bezahlen erleichtern sondern auch weitere Optionen z. B. für die Krankenkassen
beinhalten, nach dem Motto „Immer alles dabei“.
Ob diese Zukunftsszenarien dieser Art gut oder schlecht sind, ist im Rahmen dieser
Ausführungen eher weniger relevant. Auf jeden Fall wird unser Marketing von morgen die
durch das Cashless Payment (und die Telemetrie) differenzierten Erkenntnisse nutzen
und das Angebot noch besser und flexibler auf die Wünsche der Kunden abstellen
können. Z. B. auch für Sonderangebote und sogenannt „krumme“ Preise wie wir sie von
den Tankstellen kennen.

3. Für wen lohnen sich Telemetrie-Lösungen und wie verbreitet sind sie?

Unsere Meinung dazu:
Cashless und mit ihm die Telemetrie-Lösungen sind ein ideales Paar. Logisch, dass das

nicht für einen älteren Kaugummi-Automaten gilt, hingegen für alle Automaten-
Verkaufsoptionen, die kundennah sein wollen durch wechselnde Produkte, attraktive und

auch kurzfristig flexible Preisgestaltung und ggf. Dialogfähigkeit mit dem Kunden.
Transparenz gilt natürlich auch für die andere Seite des „Verkaufstisches“, Transparenz
der Abverkäufe und Einnahmen, technische Checks und Diagnosen, etc. sind nur einige
wenige Aspekte „pro Telemetrie“.
Wie verbreitet sie sind? Ganz einfach: In Deutschland NOCH ZU WENIG, wie oben bereits
geschrieben. Doch das entwickelt sich, auch wenn’s im Ausland wie z. B. Frankreich oder
Schweden viel schneller vorangeht.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 06/07-18

1. Welche Hygiene- und Reinigungsanforderungen bestehen für Heiβgetränke-Automaten?
Gibt es Unterschiede bei den Automatentypen?

Unsere Meinung dazu:
Natürlich gibt es Unterschiede bzgl. der Hygiene und Reinigungsanforderungen bei den
verschiedenen Automatentypen.
Kaffeeautomat ist nicht wie Kaffeeautomat zu behandeln: Incup-Geräte sind da wie Urlaub
für den Operator, Kapsel- und Pad-Geräte erfordern bereits eine etwas intensivere Pflege,
Siebträgermaschinen und Brühgeräte (gemahlener Kaffee und ganze Bohne) , da geht nichts
ohne intensive und durchstrukturierte Reinigung um nachhaltige Sauberkeit sicher zu stellen.
Instant ist da für den Profi schon wieder – fast – wie „Erholung“.
Hygiene und Reinigungsanforderungen gelten natürlich auch bei den Automaten für
Kaltgetränke (Sirupe, ohnehin sehr streng geregelt, sowie Flaschen und Dosen) sowie Snack-
, Verpflegungs- und auch Rücknahmeautomaten! Das wird leider immer wieder vergessen.
Vergessen wird dabei auch, dass es in den Geräten eine oder mehrere Auffangschalen gibt,
die zu reinigen sind. In allzu vielen Geräten wird der Reinigung der Schächte, Ausgabe und
Auffangschalen zu wenig Beachtung geschenkt oder es ist die Arbeitszeit dafür nicht
eingeplant. Doch schließlich haftet auch der Betreuer mit. Und da ist’s doch fair, wenn der
Unternehmer das berücksichtigt und nicht nur die Zeit stoppt und Eurozeichen in den Augen
hat.
Ach ja. Und zu guter Letzt die Frage: Wird das alles auch schriftlich dokumentiert und im
Automaten zumindest für den letzten Wochen- oder Monatszeitraum hinterlegt? Und
stichprobenmäßig überprüft? Unsere Freunde vom Veterinäramt sehen das übrigens sehr,
sehr eng, auch wenn sie nicht allzu häufig erscheinen. 

2. Wann ist der Einsatz von Reinigungstabletten für Heißgetränke-Automaten sinnvoll?

Unsere Meinung dazu:
Ja, in Brühgeräten auf jeden Fall.

3. Welches „Handwerkzeug“ benötigen Operator für die gründliche Reinigung von
Heiβgetränke-Automaten?

Unsere Meinung dazu:
Hier eine Standard-Antwort zu finden, das ist äußerst schwierig. Ich erinnere mich an eine
vor Jahren nicht enden wollende Diskussion in einem Ausschuss für Lebensmittelrecht,
Hygiene und Umwelt. Wir wollten dort neben verbindlichen Regeln zur Hygiene auch das
ideale Handwerksset inkl. Transportkarre für den Befüller entwickeln. Der Vorschlag
scheiterte. Woran? Einerseits an der Individualität, die jeder Operator an den Tag legt und
andererseits daran, dass wir die wollmilchliefernde … schaffen wollten.

Die Rahmenbedingungen bestimmen hier wie so oft die Erfordernisse. Und die sind Aufsteller-
seitig zu analysieren und dementsprechend ist folglich das Equipment zusammenzustellen.

Unverzichtbar sind m. E. vor allem
 die Papierrolle statt gewaschener und wiederverwendeter Putzlappen
 Schwammtücher, die mindestens alle 1 -2 Tage ausgetauscht werden und zwischendurch
GRÜNDLICHST zu reinigen sind
 desinfizierendes (nur zugelassenes!) Automatenreiniger-Liquid und Reinigungstabletten
sowie Glasreiniger
 Kleiner Eimer, Tüllen- und weitere Bürsten
 Reinigungsanweisung von Hersteller und Automatenaufsteller, Reinigungsplan und –
dokumentation (Nachweis)
 Besen und Kehrschaufel und kleines Werkzeug
 und schließlich . . . das überwachte Training / die Übungen dazu.
Das von Ihnen soeben Gelesene beansprucht nicht vollständig zu sein. Es soll nur Appetit
machen. Ihre Berater und Verbände haben da sicher noch einiges zu ergänzen. Fragen Sie
nach, dann kommen Sie auf die sichere Seite.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 05-18

1. Wie verbreitet und akzeptiert ist Cashless-Payment mittlerweile? Passen Operator ihr
Business an bargeldloses Bezahlen an oder wird weiterhin auf Bargeld gesetzt
werden?

Unsere Meinung dazu:
Im Inhousebereich ist Cashless seit Jahren eigentlich kein Problem. Schwierig wird es, wenn‘
s nach draußen geht, nämlich in den Bereich des echten Public Vending. Wenn gar mehrere
Karten akzeptiert werden müssen, also Mastercard- und Kreditkartenakzeptanz gefragt ist
und der Kunde oder Automatenaufsteller nicht die Zeche enormer, derzeit meist überhöhter
Abrechnungs- und Transaktionskosten übernehmen soll. Da bleibt bei den meist kleinen
Umsätzen letztendlich und logischerweise kein vernünftiges Ergebnis mehr für den
Aufsteller/Operator.
Das war der eine Aspekt. Der 2. Ist prickelnder: Nun haben wir endlich den Euro und wollen
ihn immer weniger in der Handhalten? Klar gibt es viele Bereiche vor Bargeldlos gefragt und
attraktiv(er) ist. Doch hängen zahlreichen Studien zufolge zumindest wir Deutschen am
Baren. Nicht zuletzt wird das auch durch die Aktion EZB der IHK Gießen-Friedberg
unterstrichen, die von zahlreichen Verbänden und Organisationen unterstützt wird, so auch
vom VAFA – Verband Automaten-Fachaufsteller. EZB steht in dieser Aktion für >EUROPA
ZAHLT BAR<.
Und in diesem Zusammenhang führte ich in der IHK-Zeitschrift wie auch in einschlägigen
Fachzeitschriften unserer Branche bereits aus wie sehr unser Branche gebeutelt wird, neben
der aktuellen Null-Zins-Politik, den steigenden Aufwendungen für Kontoführung und
Geldbearbeitung sowie der stetigen Reduzierung der Bargeldmenge. Ganz ohne – auch
wenn das bisweilen schön sein kann – geht’s nicht in unserer Branche. Ohne Münzgeld ist
unser Business nicht denkbar, auch wenn neue technische Entwicklungen verlockend
erscheinen und uns faszinierende Optionen aufgezeigt werden. Schließlich zählt die
Automatenbranche in Deutschland ca. 2,5 Mio. Geräte u. a. für Kaugummi, Toys, Coffee,
Candy und Coke, für Kiddy Rides und Kondome, weitere Warenautomaten sowie Fun und
Gaming. Von diesen Automaten sind, wenn‘ s hoch kommt, ca. 800.000 auf bargeldlose
Systeme um-/nachrüstbar. Der Rest hat mechanische oder elektromechanische Münzprüfer/-
wechsler und ist somit technisch nicht für den bargeldlosen Betrieb geeignet.
Fragen wir doch einmal, wer an der Münzgeldabschaffung und dem Ende der Scheine (der
500er ist doch nur der Anfang vom Ende der Scheine!) ein Interesse hat? Schnell drängen

sich Vermutungen auf, wonach der Informationshunger von Staat/Fiskus, Banken und High-
Tech-Unternehmen wie Amazon und Co. übergroß ist. Stets nach der Maxime: Alles

erfahren, alles wissen um letztlich sogar alles zu steuern. Vielleicht auch uns? Wer da auf
der Strecke bleibt, ist der Mittelstand. Das z. B. sind wir, unsere Automatenkunden und hier
auch unsere Kiddys; denn wer denkt bei diesem Thema schon an die, die z. B. mit der
Kaugummikugel am Automaten ihre ersten Kauferlebnisse machen. Und die Vielzahl der
Kinder verfügt in der Regel nicht über Bank-, Kreditkarten oder Handys, mit denen dann zu
zahlen wäre.
Machen wir uns nichts vor, unabhängig von diesen Überlegungen soll hier doch letztendlich
nur eines erreicht werden: Intensivere Bindung statt pekuniärer Unabhängigkeit, vollständige
Nachvollziehbarkeit und Beeinflussbarkeit des Kaufverhalten statt . . . ja, statt Freiheit.

Deshalb ist es nicht gut, wenn wir wieder einmal hoffen dass alles gut geht, obwohl die
Konsequenzen bereits – zumindest teilweise – absehbar sind, denn das Thema ist heiß und
es geht um unsere Freiheit, ob, wie, wo, wann und wieviel wir kaufen und unser BARES
dafür ausgeben; und uns nicht von unserer Bank auch noch dafür bestrafen lassen, wenn
unser Haben auf dem Konto „zu hoch“ ist. Nicht wahr? Heißt es nicht, „Nur Bares ist
Wahres?“. Wie Recht unsere Väter hatten.
Dazu noch etwas: Birgt der Besitz eines 500 €-Scheins, der zunächst abgeschafft werden
soll, etwa mehr Risiko als der Besitz eines Kontos in Panama? Ein wenig konservativ zu
sein, ist kein Fehler und technischer Fortschritt muss deshalb auch nicht generell und
allübergreifend von Vorteil sein. Bedenken, nein, kalkulieren wir doch einfach die
Konsequenzen und handeln auch danach.
2. Welchen Stellenwert nehmen moderne Software-Systeme beim Automatengeschäft
ein und inwieweit sind für Operator neue Technologiestandards wie Touch-Screens
usw. wichtig?

Unsere Meinung dazu:
Gut, wenn Automaten-Fachaufsteller / Vendingoperator begriffen haben, dass nicht die
„Kiste“ im Mittelpunkt des Geschehens mit unseren Kunden steht. Den Wünschen,
Bedürfnissen und Empfindungen / Gefühlen unserer Kunden müssen wir als Branche
entsprechen, Abwechslung ins Geschäft bringen, Kommunikation und Spaß ermöglichen und
die Prozesse FÜR UNSERE KUNDEN so einfach wie möglich gestalten. Genau da tun
natürlich dem Kunden und somit letztendlich auch uns moderne Software-Lösungen und
Touchscreens gut. Sie müssen jedoch bezahlbar und technisch umsetzbar sein, nicht nur im
Showroom, sondern auch draußen, wo der Bär tanzt . . . damit auch er letztendlich zu
unserem Automaten kommt. Dennoch: Vorsicht, nicht alle Aufgabenstellungen in unserer
Branche sind allein mit solchen Hightech-Ansätzen zu lösen.
3. Werden die Faktoren Service und persönliche Kundenbetreuung auch im Zuge der
Digitalisierung und Automatisierung für das Operating so wichtig sein wie früher oder
wird ein technologisches High-Tech-Repertoire das praktische Business grundlegend
verändern?

Unsere Meinung dazu:
Ja, und wie!!!!! Der Betreiber der Automaten wird sich mit neuester Transfertechnologie vom
Kunden noch sehr viel mehr gefordert sehen, als bisher. Gerade die Individualisierung der
Kommunikation, intensivere Ausrichtung auf die immer differenzierteren Zielgruppen, noch
schnellere Reaktionszeiten auch aufgrund der Telemetriemöglichkeiten werden ihn fordern.
Da interessiert nur noch WAS DER KUNDE WILL und dem ist zu entsprechen. Also ein
NEUER BESSERER SERVICE, um ihn zu behalten und zu binden . . . und die
Technikkompetenz bzw. –verliebtheit rückt immer weiter in den Hintergrund.

Paul Brühl / VAFA e.V.