VAFA zum Thema …

Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 10-19

  1. Einweg-/Mehrwegbecher: Was setzen Operator in welchem Verhältnis in Ihrem Landhauptsächlich ein?

    Unsere Meinung dazu:
    Eine exakte Aussage ist hier kaum möglich, denn hierzu liegen kaum valide Daten der Hersteller, Lieferanten oder Importeure vor noch Angaben der Fachaufsteller / Vending-Operator, woher sie wiederum „ihre“ Becher erhalten oder wie bzw. in welchem Verhältnis sie diese einsetzen. Gemutmaßt werden kann lediglich, dass der Mehrweganteil auf Grund der aktuell intensiven öffentlichen Diskussion wohl zwangsläufig ansteigen wird.

  2. Umweltaspekt: Gibt es gesellschaftliche oder politische Strömungen zu Einweg / Mehrweg? Welche, und wie ernst muss man sie nehmen?

    Unsere Meinung dazu:
    Löblich und gut, dass es inzwischen gesellschaftlich stärkere Strömungen gibt, die sich dem Thema Umwelt verpflichtet fühlen, sich engagieren und viele unserer Konsumgewohnheiten in Frage stellen, so auch den Einsatz der Einwegprodukte.
    Damit allein ist es allerdings noch nicht getan. Auch wenn teilweise dringender Handlungsbedarf besteht, so ist auch hier dennoch Besonnenheit geboten. Ein bloßes Verbot von Einweg (z. B. PS) erscheint zu populistisch, wohingegen eine vorgelagerte systematische Ökobilanz für all unsere Gebrauchs- und Konsumartikel sinnvoll erschiene; bevor wir nämlich das ein oder andere Produkt endgültig verdammen und aus dem Verkehr ziehen.
    Dabei muss dann natürlich auch dem Rechnung getragen werden, dass u. a. die Spülmaschine zum Einsatz kommt, sie produziert und auch wieder recycelt wird, das Reinigungsmittel, Wasser- und Energieressourcen beansprucht werden, so wie auch Arbeitskraft und –zeit . . . und natürlich alles sinnvoll organisiert sein will. Das ist nicht nur bei Großveranstaltungen eine sicherlich stets wiederkehrende Herausforderung.
    Dass Einäugige nur den Becher sehen, jedoch nicht die 3fache Verpackung um ihr Gemüse oder andere Vielfachverpackungen oder nur wenige die angenehm leichte, jedoch extrem problematische Kunststoffflasche kritisieren, verdeutlicht, wie stark vereinfacht teilweise die öffentliche Diskussion geführt wird.
    Die Herausforderung an Hersteller, jedoch auch die Aufsteller/Operator, besteht darin, die Handelsware hinsichtlich der Verpackungserfordernisse systematisch zu durchforsten und auch Forderungen für weniger, sinnvollere und umweltverträgliche Verpackungen an die Hersteller zu richten – wie’s z. B. einige Discounter bereits tun.
    Ob wir‘ s alle wollen oder nicht, wir müssen uns mit diesen Themen auseinandersetzen, uns den daraus entstehenden Herausforderungen stellen und gewissermaßen auch die Konsequenzen von Fehlentwicklungen tragen, nein, beheben helfen.
    Ach ja, und noch etwas: Warum gibt es so oft nur dieses Entweder – Oder? Beide Varianten, Einweg wie auch Mehrweg können Sinn machen, sollten gesundheitsverträglich sein und natürlich so eingesetzt werden, dass wir ein weiteres Plastikdesaster für uns und unsere (Um-)Welt vermeiden oder zumindest weitestgehend ausschließen.

  3. Was würde es für die Vendingbranche in Ihrem Land bedeuten, wenn Einweg vollständig verboten würde?

    Unsere Meinung dazu:
    Ganz ohne Einweg, das geht gar nicht, würde keinen Sinn machen. Da bliebe in vielen Bereichen mit 100%iger Sicherheit z. B. die Hygiene auf der Strecke. Z. B. In der Klinik oder in Schule oder Kindergarten. Und spätestens bei der nächsten Epidemie unserer Kinder würden sicherlich die gleichen Vertreter, die derzeit so extrem nach Mehrweg rufen, zu der Fraktion wechseln, die dann wiederum eine schnelle Kehrtwende einfordert.

     

    Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen 
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 09-2019

1. High Premium Coffee – ein gewagtes Versprechen, das man dem Konsumenten gibt. Wie kann man eine nachhaltig hervorragende und konsequente Qualität garantieren?

Unsere Meinung dazu:
High Premium Coffee . . . ja wer dreht da an welcher Schraube? Der/Die Hersteller oder der Automatenfachaufsteller/Vending-Operator?

  1. Premium kann natürlich nur da herauskommen, wo oben auch wirkliches Premiumprodukt hineinkommt. Das betrifft den Kaffee selbst wie auch alle anderen „beigemengten“ Zusatzprodukte: Topping/Weißer/Milch, natürlich auch das Trinkwasser, dessen Qualität ja bekannter Weise doch recht unterschiedlich ausfällt.
  2. Auch die Rahmenbedingungen  der Ausgabe müssen stimmen und zudem schmeckt Kaffee aus der Tasse immer anders (m. E. besser) als aus einem Becher. Dabei stellt sich NICHT die Frage, ob er aus einer Siebträgermaschine kommt oder aus einem Automaten.
  3. Wer entscheidet letztendlich darüber, was „Premium-Coffee“ ist? Der Hersteller mit der Angabe auf seinem Label und dem Preis? Oder der Aufsteller/Operator? Letztendlich entscheidend ist der KUNDE. Ihn sollten wir – ggf. auch wiederholt – zur Qualität befragen . . . und ernst nehmen. ER selbst entscheidet inwiefern er an den Automaten wiederkommt oder unser Premium-Produkt weiter haben möchte.
  4. Nun können wir unsere Kunden mit diesem Thema auch nicht immer wieder strapazieren. Zwischenzeitliche Tests und Qualitätskontrollen sind für konstant gute Resultate unverzichtbar, ebenso wie eine durchgängige Dokumentation hierzu. Ja, das ist schon ein wenig aufwendig!
  5. Last but not least sind diese Dinge wie auch unsere Serviceleistungen zu kontrollieren, also nachhaltig zu gewährleisten; regelmäßig und auch bzgl. der Sauberkeit, denn ohne die schmeckt auch der beste Kaffee nicht.

Kurz: Für wirkliche Premium-Qualität muss der Aufsteller/Operator einfach ALLE Register ziehen; fortlaufend und nicht nur bei der Erstinbetriebnahme.

 

2. Auch der Sommer 2019 war – so wie alle vermutet hatten – ein Sommer der ausschlagenden Thermometer, dennoch sind Automaten für Eiscreme doch eher Mangelware. Wie wird sich dieses Segment Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln? Wird es weiterhin eher als Nebendarsteller fungieren oder doch zum Hauptakt werden?

Unsere Meinung dazu:
Nach wie vor sind Eisautomaten  . . . eher ein Saison- oder Stiefkind unserer Branche. Da kommt es immer wieder zu Versuchen kleinerer Fachaufsteller/Operator, die sich dann allzu oft doch nicht rechnen lassen. Was geht (noch)? Kaufgeräte nur SEHR bedingt, Mietgeräte natürlich mit Produktbindung, das geht – sehr selten – also eher im Einzelfall.
Der Grund? Die Logistik ist doch aufwendig und teuer. Das Risiko eines gezogenen Steckers recht hoch. Da überlassen die meisten Fachaufsteller/Operator das Geschäft doch lieber den Herstellern . . . und den mobilen, oft italienischen Eiskugelverkäufern.

 

3. Nachhaltigkeit, Regionalität, Frische – all dies sollte in Produkten im optimalen Fall vorhanden sein. Hier spielen die Saftautomaten wie die automatischen Orangenpressen eine zentrale Rolle und werden gerne vom Konsumenten angesteuert. Gibt es hier noch Potenziale zur Erweiterung des Angebots? Kann man den Prozess noch mehr etablieren und optimieren?

Unsere Meinung dazu:
Potenzial gibt’s sicherlich für diese Geräte, doch wer ist wirklich in der Lage den hierfür erforderlichen Service z. B. im Betriebsmarkt zu erbringen? Und im Public Vending? Der ist dort meist auch nicht der ohne, da man eigentlich neben dem Gerät in Hab-Acht-Stellung stehen muss, also hierfür Catering- oder Gastro-Unternehmen als Betreiber eher in  Frage kommen.
Der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator ist hier besser dran, wenn er auf mitnehmbare Säfte / Getränke durchaus auch Bio oder/und aus der Region setzt.
In unserem Verband haben wir übrigens einen Fachaufsteller / Vending-Operator, der genau diesen Gedanken konzeptionell und erfolgreich weiterentwickelt hat . . . und inzwischen sogar mehrere Filialen einer Supermarktkette mit diesen Produkten (Energy-Drink ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker, ohne Geschmacksverstärker) erfolgreich ist.
Mit Regional ist da sicher genauso möglich, zumal dadurch in der Nachbarschaft auch noch neue Partner und Verbündete entstehen. Ist doch sicher mehr als einen Gedanken wert, oder?

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 07-08 – 19

1. Das Thema HACCP hat Priorität in der Vendingbranche – Hygiene ist und bleibt ein wichtiger Faktor. Mit den neuen EU-Richtlinien wird sich häufig darüber unterhalten, dass es in Zukunft ein Pfandsystem für Becher geben wird. Wie kann der Operator in diesem Sinne beide Anforderungen erfüllen? Welche Umstellungen werden hier auf den Operator zukommen?

Unsere Meinung dazu:
Die Frage, wie’s weitergehen soll, ist allzu bekannt. Sie wirkt fast schon „ausgelutscht“.
Trotzdem gestatten Sie bitte hier einige etwas provokante Fragen:
Was geschieht letztendlich mit dem Einwegmaterial, zu dem uns Dienstleistern und dem Endverbraucher Hersteller, Lobby und Politik oftmals vermitteln, es sei alles nicht so schlimm? Fakt ist hingegen, dass Deutschland – gleich, ob es sich um kompostierbare oder (angeblich) recyclebare Verpackungsprodukte handelt, einerseits zu den größten Verpackungs-MÜLL-Produzenten der Welt gehört, zweitens hier keine ausreichenden Kapazitäten für ein ordnungsgemäßes Recycling aufgebaut sind und wir drittens auch noch zu den Exportweltmeistern u.a. für Plastikabfälle gehören ( z. B. lt. NTV 1.6.2019 „Deutscher  Plastikmüll verschmutzt Malaysia).

Was folgt daraus für unser „“kleine“ Branche? Mehrweglösungen sollten wir stets dort anbieten, wo’s auch nur annähernd realisierbar ist. Das Thema Pfand für Tassen oder Becher darf kein Tabu mehr sein und weitere technische praktikable Pfand-/ Abgabe- und Rückgabelösungen müssen gesucht und angeboten werden. Natürlich kostet das, doch ohne durch einen höheren Beitrag zum Umweltschutz (und z. B. ein höheres Pfand) ergänzend unsere Konsumenten zu sensibilisieren, geht’s leider nicht. Selbst Länder wie Italien und Spanien beginnen uns bzgl. der Konsequenz zu diesem Thema zu überholen.

 

2. Die Reinigung von Automaten ist essenziell für eine guten Kaffeequalität und somit das Generieren von Neukunden/“Pflege“ der Stammkunden. Wie ist hier die Lage in Ihrem Land?

Unsere Meinung dazu:
Oh, diese Hygiene. Unser Kaffee ist doch top. Und Chef-Eindruck und -Geschmack gelten als Kriterium. So oder ähnlich wird diese Frage immer wieder beantwortet. Alle wissen offensichtlich, worauf es ankommt. Wirklich?
Hinterfragt man das Ganze, inwiefern z. B. eine systematische und regelmäßige (vorgeschriebene) Unterweisung und dazu die ebenfalls lt. Gesetz vorgeschriebene Dokumentation erfolgt, dann wird’s still. Kurz: ein Großteil der Aufsteller hält sich offensichtlich nicht an das, was vorgeschrieben ist.

Guter Kaffeegeschmack bedingt auch eine entsprechende Hygiene. Die Mitarbeiter einmal zu unterweisen und dann zu sagen: “Das reicht“ Es reicht eben nicht. Systematische Bedarfs-/Fehleranalysen im Unternehmen sind angesagt und dann die entsprechenden Unterweisungen, ein über das andere Jahr durch einen externen HACCP-Profi und durch die Unternehmensleitung selbst. Auch das ist zu dokumentieren.

Wenn Ihre Kunden schließlich beim Cappu-Trinken sagen, nun dächten sie an Italien, dann haben Sie alles richtig gemacht . . . und diese damit begeistert.

 

3. Heiβgetränke-Automaten sind nach wie vor sehr gefragt, jedoch steigen auch die Ansprüche der Konsumenten. Man erwartet mehr als klassische 08-15 Produkte und eine einzigartige Geschmacksvielfalt. Wie kann man hier das Bild eines Vendingautomaten aufbessern? Welche Optionen hat der Operator in diesem Kontext?…

Unsere Meinung dazu:
Bevor wir uns teure Produkte oder Dienstleistungen kaufen, gehen wir in der Regel erst mal ins Internet. Warum soll das bei Kaffee und Co. anders sein? Sagen Sie dem Kunden doch was da „drin“ ist, im Automaten und in den Produkten, welcher Blend, welche Spezialitäten, Besonderheiten und auch Geschmacksrichtungen. Neue Automaten-Designs lassen das zu, sind immer flexibler, äußerlich und produktmäßig gestaltbar und programmierbar. Diese Möglichkeiten sollten wir doch nutzen.. .  und die alten „Kisten“ von gestern endlich vergessen. Sonst werden wir nämlich von unseren Kunden irgendwann übersehen und vergessen.

 

Paul Brühl  –  VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 06-19

1. Wie haben Sie die EuVend & coffeena 2019 wahrgenommen? Sind Ihre Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen worden?

Unsere Meinung dazu:
Gute Gespräche und konkrete Kontakte, daran mangelte es in keinster Weise, auch wenn der VAFA dieses Mal nicht mit eigenem Stand präsent war. Dennoch: Mehrfach kamen Besucher auf uns zu und erklärten ihr Interesse an einer VAFA-Mitgliedschaft. So etwas freut natürlich.
Was darüber hinaus besonders auffiel, die Dominanz der Anbieter von Zahl- und Informationssystemen, kurz die Digitalisierung unserer Branche ist in vollem Gange. Da gingen die klassischen Produkthersteller, sofern sie da waren, schon ein wenig „unter“. Selbst die bekannten Gerätehersteller schienen, bedingt durch innovative Startup- bzw. kreative Nischenlösungen, etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Interessant auch, wie sich die Branche auf mehr Nachhaltigkeit einstellt: Einweg kompostierbar oder gleich der Mehrwegbecher, alles wird hier möglich. M.E. leider nur nicht bei den EW-Flaschen. Oder ist das nur „untergegangen“?
Gerne hätte die Vielfalt noch ein wenig größer sein können, wäre es schön gewesen, wenn der Besucher NOCH MEHR Branche erlebt hätte, also auch mehr über den Zaun geschaut worden wäre und die interessanten Rand- und Nachbarbereiche des Vending mal zum Zuge gekommen wären. Wird sicher bei der nächsten Messe besser . . . hoffen wir.

 

2. Das Thema Nachhaltigkeit ist und wird auch in Zukunft ein zentrales Thema im Leben des Konsumenten spielen – und damit auch im Geschäftsleben der Operator. Wie kann man hier den Umschwung zu weniger Plastik und mehr Umweltbewusstsein schaffen, ohne sein komplettes Geschäft umzufunktionieren? Welcher Weg wäre aus Ihrer Sicht der effizienteste?

Unsere Meinung dazu:
Wie immer im Marketing, am Anfang steht die Analyse: Was will der Kunde; was wird er künftig wollen und was könnte sonst noch möglich sein? Dann: Was geht realistischer Weise wirklich und was nicht?
Vordem musste sich der Aufsteller ja über Becher & Co. weniger Gedanken machen, denn da stand stets die Produktpalette im Vordergrund. Hat sich nun geändert. Heute wird mehr durchdachtes und konzeptionelles System verlangt, also DIE EINE INDIVIDUELLE Lösung je Kunde. Das fordert! Es lässt z. B. kompostierbares Einweg – ggf. auch mit Rücknahmeoption – zu, sofern Mehrweg nicht möglich ist, fordert vom Operator jedoch einen definitiv höheren Einsatz, wenn er seine Kunden – nachhaltig – zufriedenstellen und auch behalten(!) möchte. Und das wiederum geht nur, wenn er mit ihm spricht und ihn in seine Überlegungen einbezieht.
Effizienz ist dabei natürlich das Ziel. Sie ist umso größer je besser die neuen Optionen im Unternehmen integriert und je selbstverständlicher sie letztendlich für alle Beteiligten werden und nachvollziehbar sind.

 

3. Das Thema „Plastik“: In der Vendingbranche eine heiß diskutierte Überschrift, spätestens nach der Entscheidung der EU. Gerade Becherhersteller der Vendingbranche sind davon betroffen. Wie beurteilen Sie die am Markt präsenten Lösungen in Ihrem Land? Gibt es hier noch Handlungsbedarf zur Optimierung?

Unsere Meinung dazu:
Ja, absolut. Eine „Anti-Plastik“-Einstellung allein ist hier wenig hilfreich. Ganz werden wir auch nach der Verordnung nicht ohne Plastik auskommen. Doch muss das Teil wirklich aus „Plastik“ sein, oder gibt es auch andere Optionen und welche sind umweltfreundlich(er)?
Dass die Hersteller (nicht nur unserer Branche) inzwischen fast alles teilweise überflüssig mehrfach „einplasten“, ja selbst Gurken und Gemüse ummantelt werden, geht gar nicht. Die Konsequenzen können weder die Aufsteller tragen noch die soziale Gemeinschaft. Dafür müssen doch wohl die aufkommen, die den Müll produzieren! Und die wälzen das Thema immer wieder ab auf Einzelhandel, Dienstleister und Endverbraucher. Solange also eben die Vorgenannten nicht wirklich mit an den Schalthebeln sitzen und wirksam mitentscheiden, solange die sogenannte Zentralstelle erkennbar „gute Drähte“ zu den Herstellern und der Entsorgungswirtschaft hat bzw. von dort gesteuert wird, so lange besteht auch Handlungsbedarf zur Optimierung. Großer!

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

 

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 04-19

1. Die Eu`Vend steht ins Haus und wird mit Freude erwartet. Welche Vorbereitungen werden getroffen, welche Erwartungen haben Sie an das Event?

Unsere Meinung dazu:
Sicher ist die Eu’Vend  nicht unwichtig und auch die Präsenz auf ihr, doch hat sich die Landschaft für diese Messe extrem verändert. Sie ist eben schon seit langem nicht mehr DIE Branchenmesse, zumal sie immer weniger die relevanten Bereiche des Vending bzw. die des automatischen Verkaufens auch der Non-Food-Bereiche und der automatischen Dienstleistungen repräsentiert. Die Automatenbranche ist einfach mehr als Coffee, Candy und Coke und nicht ohne Grund haben sich auch die Großen wie z. B. Nestlé und CC – und nicht nur die  Großen – hier zurückgezogen. Eigentlich schade, denn „Thinking Small“ ist bei solch einem Event wirklich fehl am Platze. Think big, das muss es sein. Bleibt zu hoffen, dass die neue Konzeption 2020 die Eu’Vend im Verbund mit der Orgatec zusammmenzulegen das bringt, was sich die Branche wie auch die Veranstalter erhoffen.
Der VAFA wird übrigens 2020 wieder an der Messe teilnehmen, nicht jedoch in diesem Jahr. Hoffentlich erfährt das Spektrum der Aussteller 2020 auch endlich die Erweiterung um jene oben genannten Branchenbereiche, die bisher nicht oder kaum Berücksichtigung fanden.

2. Das Thema Routenplanung ist im Vendingbereich ein immer wiederkehrendes Element. Zeiteffizientes Organisieren ist ein wertvolles Organ im täglichen Business. Sehen Sie hier noch Entwicklungsmöglichkeiten? Ab welchem Tätigkeitspensum sind die Systeme nützlich?

Unsere Meinung dazu:
Ein den jeweiligen Erfordernissen angepasstes däquates Agieren und Verhalten ist hier angesagt, auf jeden Fall jedoch ein Mindestmaß an Flexibilität. Und die kommt jedoch nicht von selbst. Sie muss organisiert werden. Auf Papier oder elektronisch. Hauptsache dass, denn beides geht, abhängig von der Größe / Kleinheit des Unternehmens.
Profis trauen sich auch hier was zu. Sie haben ohnehin bereits das Thema IT und bis hin zu Optionen für die KI im Blick oder in Vorbereitung. Ob es sich da um die  Kommunikation zwischen Automaten, der Zentrale, Service-Mitarbeitern oder Kunden handelt oder professionelle Analysen bzgl. der Verkäufe oder der Ablauforganisation, je früher das Ja zur neuen Technik kommt, desto besser sind die Chancen auch morgen noch mitspielen zu können. Trauen wir uns doch! Den Begriff „Automation“ sollten wir nicht wieder anderen überlassen, sonder zeigen was damit auch in unseren Bereichen alles möglich ist. (Vielleicht auch ein Thema für die nächste Messe?).

3. Zum Thema „Public Vending“ – Wo bestehen die Entwicklungsmöglichkeiten? Nutzen die Operator hier die Potenziale bereits ausreichend oder kann man hier noch Lücken füllen?

Unsere Meinung dazu:
Szenarien und Ideen entwickeln, Kundenwünsche von morgen erkennen und systematisch Lösungsansätze andenken. Scheint Manchem in unserer Branche zu mühselig zu sein. Da hält man sich doch lieber fest am bewährten „Handfesten“, frei nach „The same procedure as last year“. Dabei gibt’s doch Vorreiter in unserer Branche, die nicht nur Kaffee oder Sweeties verkaufen, sondern die Abgabekonzepte für Werkzeug oder gar Spezialwerkzeuge über Automaten  z. B. in Maschinenbauunternehmen entwickelt haben. Ein beispielhafter Beitrag unserer Branche zur Optimierung.
Public Vending, das ist mehr und kann auch mehr als das, was es heute ist.Nicht nur unsere Nachbarländer, auch Seiteinsteiger zeigen‘ s uns immer wieder, dass da noch so manches geht. Und wenn wir das nicht begreifen, werden Startups und ideenreiche Verkaufsprofis mit neuester Automatentechnik z. B. aus Asien und auch neuen bzw. anderen Produkten in unsere Domaine einsteigen. Ohne uns vorher zu fragen.
Natürlich braucht das alles Zeit und auch Geld. Doch wer auch hier mögliche Optionen ein wenig kritischer und professionell analysiert, etwas mehr Courage für Neues entwickelt, die ToDos nachhaltig strukturiert und durchdacht plant, der wird erfolgreich sein.

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 03-19

1. Wie sehen die Chancen für eigenes Branding der Automaten aus? Ist dieses
Konzept für kleinere Operator realisierbar und empfehlenswert oder sollte man
sich doch auf die Konzernnamen verlassen?

Unsere Meinung dazu:
Es ist doch wie in der Natur. Auch das Schneeglöckchen findet neben der Rose oder
Stiefmütterchen große Beachtung. Warum? Weil es zur richtigen Zeit blüht, wo die
anderen noch schlafen bzw. erst anfangen in die Puschen zu kommen.
Auf die Automatenbrache übertragen, heißt das, lassen wir uns doch was einfallen, wo
wir uns wirklich von anderen Fachaufstellern/Vending-Operator unterscheiden. Kitkat und
Co auf dem Gerät, das hatten wir bereits. Und es wiederholt sich und hilft dem Operator
doch nicht, zumal das wunderbare kostenlose Werbung für einen Hersteller ist.
Wie wär‘ s da, wenn wir uns mal selbst an die Gestaltung gäben.
Eine erste Idee: Lassen Sie doch z. B. mal zu, dass die Kunden Ihren Dank auf dem
Kaffeeautomat mit Filzschreiber ausdrücken. Etwa so: Sie geben das „Danke, weil . . .“
vor und Ihre Kunden schreiben weiter.
2. Variante: Im Stil oder den Farben des Platzgebers. Das Corporate Design kommt sicher
gut an. Auch bei Ihrem Vertragspartner. Ist nämlich ganz in seinem Sinne. Und Ihrem.
3. Idee: Folien sind heute nicht mehr teuer. Fotofolien mit passenden unterschiedlichen
Motiven bieten sich da ebenfalls an. Natürlich sichtbar mit Ihrem Logo.
Warum also auf Konzernnamen „verlassen“ und sie fördern, wenn wir das mit ein wenig
Geld und etwas Ideenreichtum auch in UNSEREM Sinne hinbekommen?

2. Welche Segmente besitzen bisher noch ungenutzte Potenziale? Welche
interessanten Sektoren der Branche werden in 2019 eine besondere Rolle spielen?

Unsere Meinung dazu:
Gegen Zigarettenautomaten wird politisch „geschossen“ und inzwischen auch immer
mehr gegen süße Automaten. Wie schon oben gesagt, mit ein wenig mehr Fantasie sind
neue Märkte zu entdecken. Als Operator ist man doch meist versucht dem Kunden, auch
wenn nur zunächst mal, ein Standardsortiment aufs Auge zu drücken. Oder haben Sie
schon einmal MIT IHREM KUNDEN ZUSAMMEN überlegt, wo der Bedarf wirklich liegt?
Natürlich ist der standortabhängig. Was gibt’s also in Ihrem Sortiment noch anderes als
die üblichen Riegelchen? Mit neueren Geräten ist inzwischen einiges mehr möglich,
jedoch nicht ohne ein gewisses Engagement. Aber zum Wohle unserer Rendite. Haben
Sie hierzu schon einmal Ihre Mitarbeiter gefragt, was sie dazu meinen? Oder sie z. B.
darum gebeten, mal testweise alle Sachen mitzubringen die sich aus deren Sicht im
Automaten verkaufen ließen? Sie glauben nicht, wie das abgehen kann.

3. Der Trend zur Nachhaltigkeit und gesunden Ernährung ist allerorts spürbar. Die
Konsumenten profilieren sich vor allem über soziale Netzwerke. Welche Potenziale
liegen hier auch auf Operator-Seite? Wie kann man Social Media für sein
Operating-Business nutzen?

Unsere Meinung dazu:
Indem man einfach damit anfängt und nicht der Meinung ist, nach einem ersten Beitrag
wäre die Arbeit getan oder nach einem Beitrag ohne sofortige Resonanz hätte sich alles
als zwecklos dargestellt.
Erfolgreiches Social Media verlangt so wie alles im Business zunächst nach einem
Rahmen, dem Konzept, damit’ s nicht aus dem Ruder läuft. Dann ist zielgerichtete,
konsequente Arbeit gefragt, also am Ball bleiben mit kurzfristiger Reaktion. Das lässt sich
allerdings schlecht „so nebenher“ machen. Da muss sich richtig drum gekümmert
werden. Wer die Social-Media-Schiene einschlägt, wird schnell feststellen, dass sich hier

eine hochinteressante Kommunikationsmöglichkeit mit Kunden auftut. Für mehr erfüllte
Wünsche, Anliegen und Erfolg. Allerdings dauert es auch hier wie bei allem schon ein
Weilchen, bis sich der Erfolg einstellt.
Was ich damit konkret meine? Der Verkaufsautomat allein, das ist an vielen Plätzen auf
Dauer keine Lösung. Wo bleibt die Möglichkeit über den dialogfähigen Automaten auch
Wünsche zu äußern bzw. etwas zu bestellen. Lösungsansatz: Ein neues Produkt im Gerät,
ggf. auch nur vorübergehend oder als Test. Weitere Möglichkeit der Operator liefert das
Objekt der Begierde an ein Abholfach in der Nähe oder gar neben dem Automaten. Wenn
das dann Schule macht . . . Könnte funktionieren.

 

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 02-19

  1. Das Jahr 2019 befindet sich in den ersten Zügen und das Einweg-Plastikverbot rückt näher. Das Thema ist umstritten wird innerhalb der Branche viel diskutiert. Wo sehen Sie hier Entwicklungschancen und wie sollten Operator die Problematik angehen?

Unsere Meinung dazu:
Es klingt hart und man wird uns deshalb vielleicht angehen, doch wie heißt es? „Was nichts kostet, ist auch nichts – bzw. erfährt keine WERT-Schätzung.“  Leider geht’s offensichtlich nur über den Preis verbunden mit einer guten Organisation, dass nämlich die unverzichtbaren Getränkebecher, -schalen und  -hilfen bepfandet werden, mit dem Ziel sie in einem geschlossenen Kreislauf zu halten bzw. zurückzuführen;  oder aber deren Einsatz von vorneherein zu vermeiden. Hört sich für uns hart an, doch geht’s leider nicht anders.  Wer das nicht wahr haben will, schaue sich doch einmal mit offenen Augen das aktuelle Geschehen und Gezerre in der Automobilbranche an. Wir sollten daraus lernen.
PS 2030 werden in Schweden keine Kfz mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen, so die Meldung vom 21.01.2019. Und wer glaubt da noch an nicht nachhaltige Maßnahmen für unsere Branche?

  1. Welche Maschinen sind erfolgsversprechender: InCup oder Kapsel? Was wird präferiert und warum?

Unsere Meinung dazu:
Warum oder? Die Qualität von InCup wird immer besser. Die der Kapsel ist bereits hervorragend. Zu präferieren ist allerdings – nicht zuletzt auch unter Umweltgesichtspunkten – die Öko- oder kompostierbare Kapsel, und nur die.  Hier treffen sich dann Geschmacks- und Öko-Qualität, was Sinn macht.

 

  1. „Wasser ist Leben“ – Wasserfiltration ist ebenfalls ein wichtiges Thema, nicht nur am Wasserdispenser. Die Wasserqualität muss stimmen. Werden wir für dieses Segment auch 2019 wieder einen Aufschwung erleben?

Unsere Meinung dazu:
Wir erleben das allenthalben. Deutschland hinkt nicht nur bei der Pünktlichkeit der Bahn hinterher. Auch in Bereichen wie Internet, Airports, Straßenwesen ist Nachholbedarf. Wenn nach den guten Jahren der Vergangenheit inzwischen auch im Bereich Wasser immer dringenderer Handlungsbedarf angemeldet wird, darf das nicht verwundern.  Die Gülle (auch aus dem Ausland) so wie die Kunststoffrelikte in Fischen lassen aufhorchen. Lassen jedoch auch vorsichtiger werden, als bisher.  Damit die Qualität langfristig sichergestellt ist, bleibt unserer Branche nichts anderes übrig, als aktiv zu werden. Die ergänzende Wasserfiltration ist eine Maßnahme, die zusehends sinnvoll erscheint.  Allerdings sollte diese Maßnahme unseres Erachtens nicht zum Nulltarif realisiert werden. Leider neigt unsere Branche eben zu diesem Fehlverhalten. Hier ist eine stringente und branchenübergreifende Argumentation / Information notwendig, um das erforderliche Bewusstsein zu schaffen.

Paul Brühl / VAFA e.V.