VAFA zum Thema …

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 06/07-18

1. Welche Hygiene- und Reinigungsanforderungen bestehen für Heiβgetränke-Automaten?
Gibt es Unterschiede bei den Automatentypen?

Unsere Meinung dazu:
Natürlich gibt es Unterschiede bzgl. der Hygiene und Reinigungsanforderungen bei den
verschiedenen Automatentypen.
Kaffeeautomat ist nicht wie Kaffeeautomat zu behandeln: Incup-Geräte sind da wie Urlaub
für den Operator, Kapsel- und Pad-Geräte erfordern bereits eine etwas intensivere Pflege,
Siebträgermaschinen und Brühgeräte (gemahlener Kaffee und ganze Bohne) , da geht nichts
ohne intensive und durchstrukturierte Reinigung um nachhaltige Sauberkeit sicher zu stellen.
Instant ist da für den Profi schon wieder – fast – wie „Erholung“.
Hygiene und Reinigungsanforderungen gelten natürlich auch bei den Automaten für
Kaltgetränke (Sirupe, ohnehin sehr streng geregelt, sowie Flaschen und Dosen) sowie Snack-
, Verpflegungs- und auch Rücknahmeautomaten! Das wird leider immer wieder vergessen.
Vergessen wird dabei auch, dass es in den Geräten eine oder mehrere Auffangschalen gibt,
die zu reinigen sind. In allzu vielen Geräten wird der Reinigung der Schächte, Ausgabe und
Auffangschalen zu wenig Beachtung geschenkt oder es ist die Arbeitszeit dafür nicht
eingeplant. Doch schließlich haftet auch der Betreuer mit. Und da ist’s doch fair, wenn der
Unternehmer das berücksichtigt und nicht nur die Zeit stoppt und Eurozeichen in den Augen
hat.
Ach ja. Und zu guter Letzt die Frage: Wird das alles auch schriftlich dokumentiert und im
Automaten zumindest für den letzten Wochen- oder Monatszeitraum hinterlegt? Und
stichprobenmäßig überprüft? Unsere Freunde vom Veterinäramt sehen das übrigens sehr,
sehr eng, auch wenn sie nicht allzu häufig erscheinen. 

2. Wann ist der Einsatz von Reinigungstabletten für Heißgetränke-Automaten sinnvoll?

Unsere Meinung dazu:
Ja, in Brühgeräten auf jeden Fall.

3. Welches „Handwerkzeug“ benötigen Operator für die gründliche Reinigung von
Heiβgetränke-Automaten?

Unsere Meinung dazu:
Hier eine Standard-Antwort zu finden, das ist äußerst schwierig. Ich erinnere mich an eine
vor Jahren nicht enden wollende Diskussion in einem Ausschuss für Lebensmittelrecht,
Hygiene und Umwelt. Wir wollten dort neben verbindlichen Regeln zur Hygiene auch das
ideale Handwerksset inkl. Transportkarre für den Befüller entwickeln. Der Vorschlag
scheiterte. Woran? Einerseits an der Individualität, die jeder Operator an den Tag legt und
andererseits daran, dass wir die wollmilchliefernde … schaffen wollten.

Die Rahmenbedingungen bestimmen hier wie so oft die Erfordernisse. Und die sind Aufsteller-
seitig zu analysieren und dementsprechend ist folglich das Equipment zusammenzustellen.

Unverzichtbar sind m. E. vor allem
 die Papierrolle statt gewaschener und wiederverwendeter Putzlappen
 Schwammtücher, die mindestens alle 1 -2 Tage ausgetauscht werden und zwischendurch
GRÜNDLICHST zu reinigen sind
 desinfizierendes (nur zugelassenes!) Automatenreiniger-Liquid und Reinigungstabletten
sowie Glasreiniger
 Kleiner Eimer, Tüllen- und weitere Bürsten
 Reinigungsanweisung von Hersteller und Automatenaufsteller, Reinigungsplan und –
dokumentation (Nachweis)
 Besen und Kehrschaufel und kleines Werkzeug
 und schließlich . . . das überwachte Training / die Übungen dazu.
Das von Ihnen soeben Gelesene beansprucht nicht vollständig zu sein. Es soll nur Appetit
machen. Ihre Berater und Verbände haben da sicher noch einiges zu ergänzen. Fragen Sie
nach, dann kommen Sie auf die sichere Seite.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 05-18

1. Wie verbreitet und akzeptiert ist Cashless-Payment mittlerweile? Passen Operator ihr
Business an bargeldloses Bezahlen an oder wird weiterhin auf Bargeld gesetzt
werden?

Unsere Meinung dazu:
Im Inhousebereich ist Cashless seit Jahren eigentlich kein Problem. Schwierig wird es, wenn‘
s nach draußen geht, nämlich in den Bereich des echten Public Vending. Wenn gar mehrere
Karten akzeptiert werden müssen, also Mastercard- und Kreditkartenakzeptanz gefragt ist
und der Kunde oder Automatenaufsteller nicht die Zeche enormer, derzeit meist überhöhter
Abrechnungs- und Transaktionskosten übernehmen soll. Da bleibt bei den meist kleinen
Umsätzen letztendlich und logischerweise kein vernünftiges Ergebnis mehr für den
Aufsteller/Operator.
Das war der eine Aspekt. Der 2. Ist prickelnder: Nun haben wir endlich den Euro und wollen
ihn immer weniger in der Handhalten? Klar gibt es viele Bereiche vor Bargeldlos gefragt und
attraktiv(er) ist. Doch hängen zahlreichen Studien zufolge zumindest wir Deutschen am
Baren. Nicht zuletzt wird das auch durch die Aktion EZB der IHK Gießen-Friedberg
unterstrichen, die von zahlreichen Verbänden und Organisationen unterstützt wird, so auch
vom VAFA – Verband Automaten-Fachaufsteller. EZB steht in dieser Aktion für >EUROPA
ZAHLT BAR<.
Und in diesem Zusammenhang führte ich in der IHK-Zeitschrift wie auch in einschlägigen
Fachzeitschriften unserer Branche bereits aus wie sehr unser Branche gebeutelt wird, neben
der aktuellen Null-Zins-Politik, den steigenden Aufwendungen für Kontoführung und
Geldbearbeitung sowie der stetigen Reduzierung der Bargeldmenge. Ganz ohne – auch
wenn das bisweilen schön sein kann – geht’s nicht in unserer Branche. Ohne Münzgeld ist
unser Business nicht denkbar, auch wenn neue technische Entwicklungen verlockend
erscheinen und uns faszinierende Optionen aufgezeigt werden. Schließlich zählt die
Automatenbranche in Deutschland ca. 2,5 Mio. Geräte u. a. für Kaugummi, Toys, Coffee,
Candy und Coke, für Kiddy Rides und Kondome, weitere Warenautomaten sowie Fun und
Gaming. Von diesen Automaten sind, wenn‘ s hoch kommt, ca. 800.000 auf bargeldlose
Systeme um-/nachrüstbar. Der Rest hat mechanische oder elektromechanische Münzprüfer/-
wechsler und ist somit technisch nicht für den bargeldlosen Betrieb geeignet.
Fragen wir doch einmal, wer an der Münzgeldabschaffung und dem Ende der Scheine (der
500er ist doch nur der Anfang vom Ende der Scheine!) ein Interesse hat? Schnell drängen

sich Vermutungen auf, wonach der Informationshunger von Staat/Fiskus, Banken und High-
Tech-Unternehmen wie Amazon und Co. übergroß ist. Stets nach der Maxime: Alles

erfahren, alles wissen um letztlich sogar alles zu steuern. Vielleicht auch uns? Wer da auf
der Strecke bleibt, ist der Mittelstand. Das z. B. sind wir, unsere Automatenkunden und hier
auch unsere Kiddys; denn wer denkt bei diesem Thema schon an die, die z. B. mit der
Kaugummikugel am Automaten ihre ersten Kauferlebnisse machen. Und die Vielzahl der
Kinder verfügt in der Regel nicht über Bank-, Kreditkarten oder Handys, mit denen dann zu
zahlen wäre.
Machen wir uns nichts vor, unabhängig von diesen Überlegungen soll hier doch letztendlich
nur eines erreicht werden: Intensivere Bindung statt pekuniärer Unabhängigkeit, vollständige
Nachvollziehbarkeit und Beeinflussbarkeit des Kaufverhalten statt . . . ja, statt Freiheit.

Deshalb ist es nicht gut, wenn wir wieder einmal hoffen dass alles gut geht, obwohl die
Konsequenzen bereits – zumindest teilweise – absehbar sind, denn das Thema ist heiß und
es geht um unsere Freiheit, ob, wie, wo, wann und wieviel wir kaufen und unser BARES
dafür ausgeben; und uns nicht von unserer Bank auch noch dafür bestrafen lassen, wenn
unser Haben auf dem Konto „zu hoch“ ist. Nicht wahr? Heißt es nicht, „Nur Bares ist
Wahres?“. Wie Recht unsere Väter hatten.
Dazu noch etwas: Birgt der Besitz eines 500 €-Scheins, der zunächst abgeschafft werden
soll, etwa mehr Risiko als der Besitz eines Kontos in Panama? Ein wenig konservativ zu
sein, ist kein Fehler und technischer Fortschritt muss deshalb auch nicht generell und
allübergreifend von Vorteil sein. Bedenken, nein, kalkulieren wir doch einfach die
Konsequenzen und handeln auch danach.
2. Welchen Stellenwert nehmen moderne Software-Systeme beim Automatengeschäft
ein und inwieweit sind für Operator neue Technologiestandards wie Touch-Screens
usw. wichtig?

Unsere Meinung dazu:
Gut, wenn Automaten-Fachaufsteller / Vendingoperator begriffen haben, dass nicht die
„Kiste“ im Mittelpunkt des Geschehens mit unseren Kunden steht. Den Wünschen,
Bedürfnissen und Empfindungen / Gefühlen unserer Kunden müssen wir als Branche
entsprechen, Abwechslung ins Geschäft bringen, Kommunikation und Spaß ermöglichen und
die Prozesse FÜR UNSERE KUNDEN so einfach wie möglich gestalten. Genau da tun
natürlich dem Kunden und somit letztendlich auch uns moderne Software-Lösungen und
Touchscreens gut. Sie müssen jedoch bezahlbar und technisch umsetzbar sein, nicht nur im
Showroom, sondern auch draußen, wo der Bär tanzt . . . damit auch er letztendlich zu
unserem Automaten kommt. Dennoch: Vorsicht, nicht alle Aufgabenstellungen in unserer
Branche sind allein mit solchen Hightech-Ansätzen zu lösen.
3. Werden die Faktoren Service und persönliche Kundenbetreuung auch im Zuge der
Digitalisierung und Automatisierung für das Operating so wichtig sein wie früher oder
wird ein technologisches High-Tech-Repertoire das praktische Business grundlegend
verändern?

Unsere Meinung dazu:
Ja, und wie!!!!! Der Betreiber der Automaten wird sich mit neuester Transfertechnologie vom
Kunden noch sehr viel mehr gefordert sehen, als bisher. Gerade die Individualisierung der
Kommunikation, intensivere Ausrichtung auf die immer differenzierteren Zielgruppen, noch
schnellere Reaktionszeiten auch aufgrund der Telemetriemöglichkeiten werden ihn fordern.
Da interessiert nur noch WAS DER KUNDE WILL und dem ist zu entsprechen. Also ein
NEUER BESSERER SERVICE, um ihn zu behalten und zu binden . . . und die
Technikkompetenz bzw. –verliebtheit rückt immer weiter in den Hintergrund.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 03-18

1. Wie schätzen Sie die Chancen von Gastronomie-Kaffeemaschinen im
Vending ein? Sollten Operator zukünftig mehr mit Gastro-Maschinen arbeiten
oder tun Sie das vielleicht bereits sogar?

Unsere Meinung dazu:
Die Erfordernis beim Kunden bestimmt letztendlich den Gerätetyp, der zum
Einsatz kommt. Dabei verschwimmen die Kriterien zur Unterscheidung immer
mehr. Wir kennen das aus anderen Branchen wie z.B. der IT-Branche.
Zudem ändern sich die Rahmenbedingungen in den betreuten Firmen. Da wird
auf einmal aus einer PAUSEN-Zone zugleich die Konferenz-Zone oder der
Meeting-Point, wo – bei einer qualitativ hochkarätigen Tasse Cappu – die
wichtigen Projekte und Prozesse besprochen werden. Dem entsprechend wird die
Zeit zur eigenen Kaffeezubereitung immer knapper und manches Unternehmen
setzt auch hier auf Bedien- statt Self-Service, u. a. der Wertschätzung seiner
Mitarbeiter und der folglich auch besseren Resultate ihrer Arbeit wegen.
Resümee: Nicht entweder die eine ODER die andere Maschine, sondern stets das
passende Gerät am richtigen Ort.
2. Haben sich gebrandete Automaten beim Kleinoperator mittlerweile
durchgesetzt oder setzen vorzugsweise Großoperator Automaten mit eigenem
Branding ein?

Unsere Meinung dazu:
Ja, auch die „Kleinen“ erkennen in zunehmendem Maße, was es heißt, eine
Corporate Identity zu haben und mit ihr ein stimmiges Branding. Stimmt leider
nur manchmal nicht und wirkt bisweilen schon mal gewollt bis aufgesetzt. Besser
jedoch, als in diesem Punkt nichts zu tun.
Die Jungen unter den Operatoren machen das schon besser. Da ist die Denke
inzwischen oft erfreulich anders, ja flexibler; die Kommunikation ist nicht nur auf
das Telefon beschränkt und einen schön lackierten Automaten, sondern der
Automat wird so, wie IT-Kommunikation fester Bestandteil des kommunikativen
Gesamtkonzepts. Und der Erfolg gibt dann Recht.
3. Warum sind Vending-Messehighlights wie die China Vending Show in
Guagzhou oder die Vending Expo in Moscow auch für deutsche Operator
interessant und was können wir dieses Jahr hier erwarten?

Unsere Meinung dazu:
Schon seit Jahren möchte ich mich diesem Thema zuwenden, schaffe es jedoch
nicht diese Messen zu besuchen, was schon an Leichtfertigkeit bei der
Marktbeobachtung / -einschätzung grenzt.
China so wie Moskau und andere setzen, wie man mir von kompetenter Seite
versichert hat, Meilensteine für unsere Branche. Sie haben – logisch – eine
andere Sichtweise und gehen in ihren Märkten ganz anders, auch unbefangener
vor. Natürlich ist nicht alles von dort „was“ für Europa oder uns Deutsche, doch
hüten wir uns davor die Augen vor chinesischen oder auch russischen (u.a.m.)
Konzeptansätzen zu verschließen.
Die Vending-Märkte rücken zunehmend näher aneinander heran. Ansätze wie
auch Lösungen werden immer kongruenter und werden sich zunehmend nur
noch graduell unterscheiden. Gut, wer das heute erkennt und bereits die
Weichen stellt…

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 01-08

1. Wie schätzen Sie die Marktentwicklung im Jahr 2017 ein? War es ein gutes Jahr für das
Vending?

Unsere Meinung dazu:
Wir haben – wieder einmal – Glück gehabt in Deutschland. Top-Beschäftigungslage, noch, volle
Auslastung der Unternehmen, in denen unsere Automaten stehen , rund um die Uhr und eine
Konsumbereitschaft, die überraschend groß ist. Auch an unseren Automaten. Da dreht sich was und
offensichtlich gibt’s keinen Grund zur Klage. Oder doch?
Das Gespenst der Umstrukturierung im Interesse der GEWINN-Maximierung treibt bedenkliche
Blüten. Da werden, wie an den Beispielen Siemens und Bombardier erkennbar, Bereiche dicht
gemacht, woran gestern noch keiner dachte. Und dies nicht aus Gründen unzureichender Rendite.
Auf so etwas müssen wir uns mehr denn je als Fachaufsteller /Vending-Operator einstellen, nicht nur
auf Strukturveränderungen aus der Automobilindustrie.
Auch etwas anderes funktioniert immer schlechter: Aufgemöbelte Altgeräte. Die Endabnehmer
nehmen sie schon gar nicht mehr wahr, denn aus erkennbaren Altgeräten wird ja wohl auch
entsprechend alte Plörre herauskommen oder Süßkram, der wahrscheinlich in der Nähe des MHD ist.
Unsere Kunden von heute verlangen appetitliche Neugeräte, Top-Ware, einen Top-Service. Und bei
denen das alles geklappt hat, da war 2017 auch ein gutes Jahr.
2. Welches Segment hat sich in diesem Jahr insgesamt am besten entwickelt? Welche
Segmente sind dagegen noch ausbaufähig?

Unsere Meinung dazu:
Wieso? Gibt es bei uns etwa Segmente, die nicht mehr ausbaufähig sind? Fast täglich bekommen wir
doch von Seiteinsteigern gezeigt, was noch geht! Und andere Märkte /Länder (und auch ein Großteil
der Profis hier) zeigen wie Mann/Frau es besser machen kann. Mit gefälligen, auffälligen Geräten, mit
Produkten, die bei uns keine Routine sind, mit der dazugehörigen Kommunikationsstrategie, damit
die Kunden zum Automaten finden und das kaufen, was sie da bisher nicht vermutet haben, mit der
Frische in der Unternehmensdenke, die allen Beteiligten Spaß macht, sie besser als bisher
zusammenbringt . . . und eine gute Rendite einfährt. Kurz: Denken wir doch mal weg von NUR
Coffee, Candy, Coke und Kaugummi. Es gibt noch mehr über Automaten zu verkaufen.
Wo und was? Wie sagte mir mal ein alter (erfolgreicher) Hase: „Schau dem Volk aus Maul und sprich
mit ihnen.“

3. Welche Entwicklungen sprechen Sie dem Markt für 2018 zu und wohin könnte der Trend
gehen?

Unsere Meinung dazu:
Die Entwicklung nicht nur der Automobilindustrie und mit ihr zahlreiche strukturelle Veränderungen
(z. B. durch Digitalisierung auch der Verwaltungen, Versicherungen, Banken etc.) werden auch den
Fachaufsteller / Vending-Operator (s.o.) über kurz oder lang treffen. Heftiger als wir heute vermuten.
Auch der demographische Wandel . Hatten wir Glück, dass Zuwanderer und ihre zahlreicheren Kinder
ein wenig zur Kompensation der Situation beigetragen haben.
Was bisher für ein Großteil unserer Branche als Standard galt, Point of Sale = Point of Work, das kippt
offensichtlich zunehmend. Der Point of Sale wird sich für unsere Branche immer mehr zum Point of
Living verschieben. Seien wir doch ehrlich: Wer von uns hätte 1990 gedacht, dass heute über
Automaten direkt in unserer Nachbarschaft Frischeprodukte aus regionalem Anbau und Öko verkauft

werden. Zu solchen Überlegungen wäre uns ein „Ja, Ja“ mit entsprechender Handbewegung sicher
gewesen, so wie zu der Zeit, als die ersten Tabletops auf den Markt kamen. Das waren ja auch keine
„richtigen“ Automaten mehr. Und . . .?
Denken wir also nicht allein in Automaten, sondern in kundennahen Lösungen, die diese von uns
erwarten. Wir gelangen dann schnell in einer Servicebreite, die uns eine Bandbreite bisher vielleicht
ungeahnter Möglichkeiten eröffnet.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 12-17

1. Resümierend zum Jahr 2017: Welche Trends gab es im Bereich Heiß- und Kaltgetränke?
Können Sie hier spezielle Tendenzen feststellen?

Unsere Meinung dazu:
Frage ich den ein oder anderen Aufsteller/Vending-Operator, um wirklich trendnah zu sein, so
erhalte ich Antworten die mich bestätigen: „Keine besonderen Trends auszumachen“, „Nichts
Gravierendes“, „Keine“. Sicher, dieses Thema erschöpft sich nicht in der Erfassung der
Getränkebezeichungen. Was hier auch zählt, ist sicher der Trend zu mehr Qualität und gesunden
Getränken, Nachhaltigkeit und . . . sowie den immer anspruchsvoller werdenden Formen der
Darreichung. Da ist der Operator individuell gefordert und seine Kreativität.

2. Haben Operator spezielle Winteraktionen im Bereich Heißgetränke oder anderen Segmenten
angeboten bzw. haben sie vor, solche im Winter anzubieten?

Unsere Meinung dazu:
Hier kommt’s wohl mehr als sonst auf die Zielgruppen an, also letztendlich die Konsumenten. An
Standorten wo’s etwas rauer zugeht, werden die geschmacksensiblen Produkte meist ja weniger
bejubelt als in Bereichen, wo man zumindest 5 Teesorten auseinanderhalten kann. Kurz: Es gibt hier
alles, zwischen dem klaren Nein, dem Einsatz von InCup Winterapfel oder Kaffee mit Amaretto
(Hm!!!), dem besonderen Tee oder der veredelten Schoko-Spezialität. Wie sehen das die Franzosen?
„Chacun à son goût“, jeder nach seiner Facon. Toll wenn unsere Branche da zur örtlichen
Zufriedenheit oder sogar zu individuellen Glücksgefühlen beiträgt.

3. Wie hat sich die Entwicklung in Sachen frischer und regionaler Produkte aus dem Automaten
dieses Jahr gestaltet?

Unsere Meinung dazu:
Hier gibt es nichts zu deuteln, unsere Branche spaltet sich offensichtlich in 2 Lager:
Die einen haben erkannt, wie zäh in diesem Produktsegment für gute Resultate gearbeitet werden
muss und bewerten frische und regionale Produkte aus dem Automaten eher negativ. Schließlich
werden auch die höheren Preise nicht bezahlt und das Operating stellt sich diesen Aufstellern
praktisch nur als Nischenvertrieb dar. Mag auch sein, dass Ökos und Regios dem Verkauf über
Automaten z. T. pessimistisch gegen überstehen. Vielleicht nur: NOCH!
Die andere Gruppe sieht das ganz anders. Sie weiß um die Schwierigkeiten, ist aber offen für Neues,

ermittelt professionell die Wünsche ihrer Käufer, probiert aus und ist dann bisweilen selbst über-
rascht, was alles geht. Startups zeigen uns inzwischen immer öfter, wie Erfolg geht. Nur zu oft mer-
ken wir – und auch die heute noch Großen – das nicht oder bewerten die Chancen zu schlecht. Und

morgen sind die Marktführer andere . . .

Paul Brühl / VAFA e.V.

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 11-17

1. Werden innerhalb der Branche ganzheitliche Food-Lösungen aus dem Automaten als Chance
für die Zukunft eingeschätzt? Wie verhält es sich hier mit Marktanteilen und Tendenzen?
AW>
Ganzheitliche Foodlösungen? Und aus dem Automaten? Wie soll das denn gehen. „Trockenfutter“,
„Süßkram & Co.“, Fleischiges bzw. Joghurt u.ä. sind ja durchaus denkbar. Auch das kleine Menü und,
wer das nicht will, ggf. die Fritten, Pizza oder Würstchen. Das geht alles (und noch mehr) für den
Direktverzehr. Was inzwischen auch immer mehr geht – von Bauern, Metzgern und Co. – sind die
Frischeartikel und Fleisch vom Hof direkt oder aus der Region.
Wenn ganzheitlich bedeutet, Kaffee und Landjäger als Hauptmenü und Rittersport als Nachtisch,
dann mag das passen, ist aber noch meilenweit von einer ganzheitlichen Lösung entfernt. Die setzt
neues Denken und höchste Flexibilität voraus. Die muss vorweg das erkennen, was die Kunden
wünschen. Die muss berücksichtigen, dass am Standort ein erheblich breiteres Sortiment angeboten
wird, als es heute der Standard ist, und dieses Sortiment zudem die Wahl zulässt zwischen klassisch
und gesund.
Marktanteile und Tendenzen? Wirklich fundierte Vorhersagen zu Marktanteilen sind hier kaum bzw.
ohne valide Erhebungen immer schwerer zu treffen. Tendenzen? Noch weniger. Die macht doch
jeder Aufsteller selbst (aus).
2. Dominieren im Food-Sektor auch in Zukunft die klassischen Snack-Automaten? Bevorzugen

die Verbraucher heiße Gerichte oder kalte Snacks in Kombination mit Kaltgetränken (Kombi-
Lösungen)?

AW>
Die Zukunft wird nicht dadurch anders sein, das einige neue, vielleicht gesündere Produkte im

Automaten sind, vielleicht mit etwas weniger Zucker, Geschmacksverstärkern und Konservierungs-
stoffen. Die Zukunft wird für uns erst eine Zukunft, wenn wir als Automaten-Fachaufsteller/Vending-
Operator dem Automatenbesucher das bieten, was er wirklich sucht, mit Hilfe neuer Technik die

Kommunikation zu ihm aufbauen und uns davon verabschieden eine Notlösung zu sein bzw. nur ein
Zusatzgeschäft machen zu wollen. Das hat übrigens auch etwas mit Selbstbewusstsein und
Professionalität zu tun. Wenn wir eine eigene kundenorientierte, flexible Sortiments- und Preispolitik
betreiben und dem Kunden Möglichkeiten schaffen, darauf Einfluss zu nehmen, wird‘ s ein Gewinn
sein. Für beide Seiten.
Die Frage, ob heiße Gerichte oder kalte (vielleicht auch aufgewärmte?)Snacks . . . die stellt sich so
doch nicht. Sie ist abhängig vom Platz und den Wünschen der Kunden. Diese wirklich nachhaltig zu
ermitteln, ist der erste Schritt und eine richtige Herausforderung für uns . . . und unsere Zukunft.
3. In welchem Umfeld werden vermehrt Food- und Snack-Automaten platziert und nach
welchen Kriterien wählen Verbraucher die Produkte aus?
AW>
Malls können sie oft gebrauchen. Bereiche, wo gewartet wird, auch. Industrieparks . . . Alle Bereiche,
die dazu geschaffen werden, sich kurzzeitig etwas zu erholen oder hochfrequentiert sind, erst recht.
Eine Binsenweisheit für Aufsteller/ Vendingoperator. Nur müssen wir’s selber kreativ angehen und
(auch noch!)Überzeugungsarbeit leisten. Mit attraktiven Konzepten und innovativen Sortimenten/
Sortimentsmixes Investoren und Unternehmen davon überzeugen, nein, sie begeistern, wie wir zu
besserer Laune und auch ggf. längerer Verweildauer der Zielgruppe beizutragen im Stande sind.
Logisch, dass ein direkter Bezug der Automaten zum Standplatz erkennbar sein sollte. Im äußeren
Erscheinungsbild bestens integriert in das jeweilige Umfeld, im Sortiment mit zumindest einigen
Produkten ebenfalls abgestimmt auf diese Gegebenheiten, jedoch nicht konkurrierend zu diesen.

Paul Brühl / VAFA e.V.

Jeder hat das schon gesehen: Kind quengelt, ist trotzig, hat keine Lust mehr brav an Mamas Hand mitzulaufen. Kurz, die oder der Kleine hat die Nase voll. Wovon? Zum Beispiel vom Mitlaufen beim Einkaufen. Gibt’s da nicht Schöneres?

Wenn vor oder in dieser Situation der gute Esel, der tolle Traktor, Bus oder Rennwagen, ein Flieger, Hubschrauber oder die rote Feuerwehr in Kindergröße auftauchen, dann braucht es nur ganz wenig, um die Sonne wieder scheinen zu lassen.

Was es dazu noch braucht? 1. Eine Mutter oder ein Vater, die Verständnis haben und ihrem Kind 5 Minuten ihrer Zeit zugestehen, 2. eine oder zwei Euro-Münzen und 3. ein Kiddy Ride-Gerät, das Kleinchen in seine Welt eintauchen, somit Luft holen lässt und so den Stress abbauen hilft.

Ja, so einfach ist das. Und wer’s nicht glauben mag, der schaue einmal in die Kinderaugen, wenn Kinder auf so einem Teil sitzen und dabei vielleicht etwas Süßes schlecken. Danach ist meist alles wieder gut und der Akku wieder aufgeladen für mindestens eine weitere Mitlaufstunde an Mamas oder Pappas Hand – ganz ohne Stress.

Natürlich gibt es hierzu auch andere Sichtweisen. So z. B. die der Städteverwaltungen, denn Kiddy Ride-Geräte stehen ihnen überraschend oft im Weg, auch wenn sie abends vom Gehweg entfernt werden. Oder liegt es daran, dass eine Sondergenehmigung zu erteilen Aufwand bedeutet? Wem sie noch im Weg stehen? Dem Reinigungsdienst, der ohnehin nicht überall perfekt kehrt, der Feuerwehr, für die offensichtlich so etwas störend ist, jedoch kein Klappposter, Verkaufsstand oder Fahrradständer. Und noch einer Gruppe sind derartige Geräte ein Dorn im Auge: Denen, die einfach wenig kinderorientiert sind und lieber nüchtern durchgestylte Straßenzüge also “zweckmäßige” Einkaufsmeilen bevorzugen als liebenswerte und menschen-/kinderfreundliche mit Flair.

Sage und schreibe 35 (!) Städte und Gemeinden sind dem VAFA aktuell bekannt, die nicht bereit sind eine Aufstellgenehmigung für die oben beschrieben Kiddy-Ride-Automaten, auch nicht gegen Zahlung einer angemessenen Sondernutzungsgebühr (mehr dazu unten), zu erteilen, jedoch teilweise Verkaufsstände und andere “Hindernisse” zulassen. Dabei zeigt die Mehrzahl der Städte und Gemeinden, dass es auch anders geht. Sondernutzungsgebühren sind bei Ihnen gar nicht erforderlich oder werden sogar als unverhältnismäßig angesehen, denn sowohl Nutzer wie Platzgeber sind von unserem Angebot gleichermaßen angetan, wird so doch zudem die Verweildauer der potenziellen Kunden in diesen Bereichen erhöht.

Welch kinderfeindliche Einstellung verbirgt sich hinter derartigen Ablehnungen. Könnte nicht das Leben in den doch oft kalten Betonschluchten unserer Verkaufsmeilen für alle viel lebenswerter sein, wofür es eine Vielzahl positiver Beispiele gibt. In Deutschland wie auch im Ausland.

Wie wichtig Kiddy Rides für unsere Kleinsten sind, schildert ein Fachmann: “Das Kind hat die Erwartung, was passiert, wenn ich eine Münze einwerfe. Es kommt also nicht nur auf das Schaukeln an, sondern auch auf das Erfolgserlebnis. Deshalb kann ein Kinderunterhaltungsgerät nicht mit einem kostenlosen von einer Stadt aufgestellten Spielgerät verglichen werden. Die Benutzung eines Automaten gehört also zur Teilhabe am täglichen Leben.” Und eben diese wird selbst von der UN-Kinderrechtskonvention eingefordert. Sie wurde auch von Deutschland ratifiziert. Ob der Text allerdings im Lande bekannt ist, bleibt noch einmal zu hinterfragen. Da heißt es in Artikel 3 Absatz 1 der Konvention, inzwischen auch in der Bundesrepublik ohne Einschränkung ratifiziert, dass “bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, …das Wohl des Kindes … vorrangig zu berücksichtigen ist”. Wäre doch schön, wenn es hier ähnlich der Regel vor Gericht “im Zweifel für den Angeklagten” hieße: Im Zweifel für das Kind.

Es geht noch weiter: Wie bereits oben beim Wunsch um eine auch bzgl. der Umsätze angemessene Sondernutzungsgebühr erwähnt, entwickelt eine wachsende Zahl von Städten hierzu Vorstellungen jenseits von Gut und Böse. Gerne geht dabei unter, dass der Platzgeber/Vertragspartner des Automaten-Fachaufstellers für Energiekosten, Reinigung und Arbeitsaufwand zwischen 20 und 50% des Ertrags (ca. 30,00 – 300,00 € pro Monat) erhält und vom Aufsteller selbst das Gerät mit einem erheblichen Invest zu Buche schlägt, der sich in der Regel erst nach mehreren Jahren amortisiert; hinzu kommen Aufwand für Service und Logistik sowie die abzuführende MwSt. Berücksichtigt man die vorgenannten Faktoren, dann verdeutlichen die folgenden Beispiele das Missverhältnis und grenzen bereits an Sittenwidrigkeit. Oder ist es nicht schon Abzocke?

  • Duisburg verdoppelte den Betrag vor einigen Jahren auf 220 € pro Jahr
  • Düsseldorf meint, 1,10 € täglich seien in Ordnung. Das sind 401,50 € jährlich, mit MwSt. sind das 478 €.
  • Kiel nimmt monatlich 12,50 € per 1m², gibt aber immer nur 4m²-weise ab. Dann sind das monatlich 50 €, jährlich 600 €, mit MwSt. 714 €.

zum Vergleich:

  • Bielefeld-Brackwede 36 €
  • Höxter 43 €
  • Hagen 68 €
  • Detmold 150 €
  • Darmstadt 150 €

Wir klagen hier weder “auf hohem Niveau”, noch ist unsere Kritik wohl überzogen.
Zu oft “stellt sich die Politik voll hinter den Mittelstand” und zeigt sich in ihren Forderungen gerne “sozial orientiert”; sind wir nicht ein Sozialstaat? Doch wie sieht die Realität aus? Das Wohl der Bevölkerung wie das der mittelständischen Wirtschaft gehört auf allen Ebenen schnellstens wieder mehr in den Fokus unserer Politik.

Wir fordern hier im Sinne unserer Kritik aktiv zu werden, konkret. Für unsere Kleinsten, damit sich diese nicht verschaukelt fühlen. Natürlich auch für unsere in diesem Geschäftszweig engagierten Mittelständler. Und das, bevor es diesen keinen Spaß mehr macht.