Stellungnahmen im VENDING report DACH 07-2022

Verbandsfragen 
Stellungnahmen im VENDING report DACH 07-22

1) Auf der diesjährigen Venditalia konnte man interessante Trendentwicklungen beobachten, so auch den Zuwachs der Wasserspender- & -dispenser-Hersteller. Woran liegt der Zuwachs Ihrer Meinung nach? Wie hat sich der Markt dieser Produkte in den letzten 5 Jahren entwickelt? Wie sehen Sie die Entwicklung für die kommenden 5 Jahre? Werden Wasserspender zukünftig vermehrt von Operatorn eingesetzt werden?

Unsere Meinung dazu:
Die Frage ist natürlich, wie lange diese/r Trend/s anhalten. Watercooler sehen in der Tat cool aus und signalisieren an ihrem jeweiligen Standplatz: „Hier wird sich gekümmert.“ Sei’s um Kunden oder Mitarbeiter; und so sind die Teile nicht nur trendig, sondern auch noch imagefördernd. Dass sich der Markt hier positiv entwickelt, ist logisch und gut. Wie er sich künftig entwickelt, ist schon schwieriger zu prognostizieren, zumal die jeweiligen Lieferanten (egal, ob Hersteller oder Operator) wohl von erheblichen Kostensteigerungen bei der Logistik ausgehen müssen; und das bei einer insgesamt doch recht niedrigen Spanne und einem volumen- und gewichtsmäßig großen Aufwand.

2) Die Definition der Micromarkets ist bis heute noch für viele Branchenteilnehmer unklar bzw. welche Automatenlösungen hiermit alle gemeint sind (Automatenstraßen, Smartkiosk, 24/7 Shop, Smartfridges etc.) Welche Automatenlösungen fallen Ihrer Meinung nach unter den Begriff Micromarket, welche nicht?

Unsere Meinung dazu:
Die Wikipedia-Definition hört sich schon fast kompliziert an: 
„Micromarkets ist ein Einzelhandelssektor, der eng mit der Automatenindustrie verbunden ist und die automatisierte Self-Checkout-Technologie verwendet, um an Standorten zu arbeiten, die unbeaufsichtigte Zahlungsmöglichkeiten erfordern.“
Hier nun eine eigene, andere und u. E. praxisbezogenere Definition:
„Alle Automaten-Verkaufskonzeptionen, die aus mehr als 2 Geräten sowie mehr als 3 unterschiedliche Sortimentssegmente und nicht nur die 3-C (Coffee, Candy, Coke) abdecken, könnten unseres Erachtens bereits den Anspruch als Micromarket erheben.

3) Laut aktuellen Marktzahlen der EVA finden Micromarkets zwar immer mehr Beachtung/Akzeptanz in der Branche, leider werden Sie aber noch nicht flächendeckend/vermehrt eingesetzt. Wie ist der Einsatz dieser 24/7 Shops innerhalb Ihres Landes? Besteht ein Interesse an diesen Lösungen seitens der Operator – wenn nein, warum? Wie sehen Sie die Entwicklung der kommenden 5 Jahre für Micromarkets? Wie kann man Ihrer Meinung nach das Segment zum Wachstum unterstützen?

Unsere Meinung dazu:
Zu viele Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator der „alten Garde“ denken auch noch in den gestrigen Strukturen und sind leider oft nicht offen genug, neue Wege zu gehen bzw. Neues zu wagen. Das trifft auch bei den Micromarkets & Co
zu. Erfreulich, dass es immer mehr jüngere UNTERNEHMER gibt, die Ihre Chancen auch in diesem Segment der Automatenbranche sehen und eben diesen Bereich unserer Branche nicht gänzlich anderen überlassen.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, werden die Micromarkets & Co. einen erheblichen Zuwachs erleben. Die Ursachen liegen auf der Hand: Da sind zum einen die gestiegenen Anfahrtskosten zu den zu weit entfernten Einkaufsmöglichkeiten sowie Lohnkosten, die selbst der kleine LEH wohl nur noch mit Mühe stemmen kann, und auf der anderen Seite eine passende Logistik und Frische in den Automaten (u. a. durch die Telemetrie), die inzwischen für unsere Branche kein Problem mehr darstellt.
Gut, dass es dazu inzwischen z. B. den Support einiger Anbieter aus Berlin, Süddeutschland und diverser Hersteller (nicht aller) gibt, der sich auch um das langfristige Geschäft / Überleben der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator Gedanken macht und nicht nur „abverkaufen“ will.

4) Die diesjährige Vendtra, die Fachmesse der Kaffee- & Vending-Wirtschaft, in München steht kurz bevor, die Branche freut sich auf ein Wiedersehen. Wie sind Ihre Erwartungen an die Messe? Welche Trends der Branche werden Ihrer Meinung nach stärker auf der Veranstaltung im Fokus stehen? Zeitgleich findet zur Messe die digitale Vendtra statt. Welche digitalen Möglichkeiten bieten sich hier zusätzlich zur physischen Vendtra Ihrer Meinung nach für die Branche?

Unsere Meinung dazu:
Da DIGITAL inzwischen NORMAL ist, jedoch die physische Vendtra auch klar da ist, wird erkennbar, dass das Digitale auch hier mehr und mehr zum Alltag wird. Ohne das geht bei den aktuellen Kostenentwicklungen wohl bald gar nichts mehr. Und eben hier dürfte auch noch erhebliches Optimierungspotenzial liegen:Man denke z. B. an eine mögliche Weiterentwicklung der Telemetrie hin zum Lieferanten. Der könnte das natürlich ggf. auch ausnutzen. Denken wir einen Schritt weiter: Da kommt ggf. auch die gute alte Händlergemeinschaft oder gar Genossenschaft wieder in den Fokus. Absurd? Sicher nicht und auf jeden Fall im Sinne unserer Zukunft eine Überlegung wert und auf der Vendtra eine Diskussion. Oder?

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