Stellungnahmen im VENDING report DACH 05-2022

Verbandsfragen Stellungnahmen im VENDING report DACH 05-22 

1) Wie beurteilen Sie den aktuellen Personalmangel in den Unternehmen seit Beginn der Pandemie? Wie unterstützt Ihr Verband hier Ihre Mitglieder aktiv?

Unsere Meinung dazu:
Personalmangel, Leistungsbereitschaft des Personals selbst und Personalentwicklung liegen ganz eng beieinander, sind also ein etwas delikates Thema für unsere Branche. Nicht erst seit heute, das gab’s auch schon vor Jahren. Das fängt an mit A wie AUSBILDUNG (die viel zu wenige Unternehmen leisten bzw. sich dieser Verantwortung entzogen haben, geht weiter über die BERUFLICHE ENTWICKLUNG inklusive der INNERBETRIEBLICHEN FORTBILDUNG und C wie (faire) CHANCENGLEICHHEIT. Das ganz ABC ist hier (fast) durchzudeklinieren. Wir hören dann auf bei Z, also ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN.
Zu viele Unternehmen bedienen sich, da sehr bequem und kosteneinsparender, der gut Ausgebildeten aus anderen Branchen. Und auch die Vergütung, die immer angemessen ist. 

All das sind nicht nur Sünden von gestern, obwohl sich der VAFA wie auch einzelne Mitglieder immer wieder für das Thema einer qualifizierten eigenen Ausbildung stark gemacht haben. Wir vom VAFA, nein, alle Automatenverbände haben die heutige Entwicklung mehr oder weniger kommen sehen, haben seinerzeit die Voraussetzungen z. B. für die Qualifikation zum Automatenkaufmann (kaufmännischer bzw. technischer Schwerpunkt) gelegt, eine der Maßnahmen, dem Fachkräftemangel zumindest mittelfristig entgegenzutreten. Nur, wie soll eine Unterstützung aussehen, wenn Sie von der Mitgliedschaft unzureichend mitgetragen wird.
Nur Gejammer vom VAFA? Wenn Unternehmer (auch in die Ausbildung) nicht investieren, dürfen sie sich nicht wundern. Dann hilft auch kein Wehklagen mehr. Schon oft zitiert: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Nicht die Verbände sind hier am Zug, ihre Mitglieder sowie die immer noch zu vielen Nichtmitglieder müssen sich bewegen.
Und diejenigen, die sich – kurzsichtig – gar in der Pandemie von den auch „nur gerade mal brauchbaren“ Mitarbeitern voreilig getrennt haben, zumal das ja die Umsatzentwicklung zu rechtfertigen schien, diese Unternehmen haben sich die heutige Situation zweifelsohne selbst eingebrockt.

2) Welche individuellen und kreativen Maßnahmen empfehlen Sie den Unternehmen damit sich zukünftige Mitarbeiter für diese entscheiden?

Unsere Meinung dazu:
Jobs müssen ja nicht nur dem Unternehmer gefallen, sondern vornehmlich den (künftigen) Mitarbeitern. Da helfen keine durchgestylte Website mit tollen Werbeversprechen oder ein gutes Gehalt, wenn das Image des Unternehmens nicht ein Mindestmaß an ökonomischer und sozialer Sicherheit vermittelt.
Eine nachvollziehbare, ehrliche Wertschätzung der Mitarbeiter, ein starker menschlicher Bezug zu ihnen, das stimmende Betriebsklima mit einer guten sozialen Einbindung der Einzelnen, verbunden mit interessanten (nicht nur monetären) Zusatzleistungen, das ist heute mehr denn je angesagt. Nicht umsonst sind immer mehr Unternehmer nach der Pandemiezeit bemüht, ihren Fokus hierzu inhaltlich anders zu setzen, als bis dato auf den Betriebsausflug oder die Weihnachtsfeier.
Die neuen Mitarbeiter suchen inzwischen mehr und anderes, als vor der Pandemiezeit. So suchen sie immer mehr Tätigkeiten mit großer Selbständigkeit. Warum machen wir sie also nicht zum Übermittler unserer Unternehmenskultur mit einer erweiterten Eigenverantwortung? Gerade das ist in unserer Branche nicht einfach, jedoch unverzichtbar und letztendlich attraktiv für Interessenten. So wird der Automatenbetreuer für seine Tour so etwas wie der Kioskbesitzer und muss seinen „Laden“ rundum in Griff haben. Der Techniker ist nicht nur Reparateur, sondern wird wie der Betreuer zusätzlich auch zum Berater des Kunden, also dem verlängerten Arm des Unternehmers. Illusorisch? Mitnichten.
Es kann in unserer Branche kein schöneres Kompliment geben als das, was mir ein Vending-Operator zitierte: „Ihre Leute haben ja Ahnung (hier vom Produkt Kaffee)!“
Eine derartige Anerkennung zu erhalten, das ist wie der Dünger für die neue Aussaat. Das genau suchen wir doch alle in unserem Job. Auch die Interessenten und Neuen. Und eben daran sollten wir arbeiten: Sie in diesem Sinne anzuerkennen, motivieren, einbinden und fördern sowie Ihre Leistungen fair, differenziert und attraktiv zu vergüten, auch mit interessanten Zusatzleistungen.

3) Vor der Pandemie sollten Plastikbecher durch Papierbecher überwiegend ersetzt werden, nun muss man aufgrund von Ressourcenknappheit wieder zurück zum Plastik. Was empfehlen Sie hier ihren Mitgliedern in der aktuellen Situation? Welche Becher sollten eingesetzt werden?

Unsere Meinung dazu:
Da bleibt dem Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator wohl nichts anderes über als die Entscheidung: „The same procedure as before“.

4) Wie sehen Sie den Einsatz von Rücknahmeautomaten in den Automatenstraßen? Welche Anbieter bzw. Lösungen gibt es hier?

Unsere Meinung dazu:
Grundsätzlich machen Rücknahmeautomaten in Automatenstraßen Sinn. Sie reduzieren nicht nur die sichtbare Abfallmenge außerhalb der Automatenanlage und tragen zu Wiederverwertung bei. Sie sind auch ein wesentlicher Faktor fürs positive Image unserer Branche. Eigentlich also unverzichtbar, sofern sich die Rücknehmer mengenmäßig rechnen lassen. 
Zu Teil 2 der Frage: Bitte um Nachsicht. Zu speziellen Anbietern möchten wir keine Empfehlungen geben, zumal ja z. B. auch der VENDING report jährlich eine Übersicht über die Automaten herausbringt und auch über das Internet dazu unschwer alles zu erfahren ist.

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