Stellungnahmen im Vending report DACH 02-2021

Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 02-2021

1) 2020 ist bereits der Startschuss für digitale Messen gefallen. Auch 2021 finden einige Großveranstaltungen nun digital statt. Wie sehen Sie die Entwicklung hier für 2021 und die kommenden Jahre?

Unsere Meinung dazu:
Digitale Messen sind sicherlich EINE von vielen möglichen Antworten, also auch nur ein Teil der notwendigen und möglichen Optionen; und zudem sicher keine Lösung auf Dauer. Denn was wird auf einer Messe gesucht? Der persönliche Kontakt, der unverzichtbar ist für längerfristige und gute Geschäftsbeziehungen. Selbst wenn der Vergleich ein wenig hinken mag, auch zu Zeiten einer der schlimmsten Pandemien (der Pest) verzichteten die Kaufleute nicht auf ihre Reisetätigkeit. Und so wird es auch heute/morgen sein: Nur zu einem Teil werden uns die unterschiedlichen Arten der digitalen Kommunikation das Reisen und den persönlichen Austausch abnehmen können. Mit der Bewältigung Corona-Pandemie wird das Thema nicht erledigt sein, da kommt eine neue oder andere … Es wird also nach neuen Wegen für eine qualifizierte Händlerbindung zu suchen sein. Vielleicht ist es ja eine Option, einen Relaunch des qualifizierten und mit erweiterten Kompetenzen ausgestatteten Repräsentanten des Herstellers / Lieferanten ins Auge zu fassen. Oder das Thema Road-Show zu aktivieren / intensivieren, versteht sich, natürlich mit vorbereiteten festen Terminen / Zeitfenstern, damit einerseits dem Infektionsschutz genüge getan und andererseits der Termindruck für gute und erfolgreiche Gespräche herausgenommen wird.

2) Nachhaltigkeit ist nach wie vor ein Sujet, das allgegenwärtig in der Branche diskutiert wird. Wie ist die Nachfrage etwa nach nachhaltigem Verpackungsmaterial abseits der Becherthematik? Bei wem liegen die Schwierigkeiten der Umsetzung – Operator oder Produzent?

Unsere Meinung dazu:
Was hilft es, wenn wir das Huhn davon überzeugen wollen, ein Ei ohne Schale zu produzieren? So ist es auch bei uns. Der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator besitzt einfach nicht die Kraft und Macht derartige Dinge alleine durchzusetzen. Er sollte sie aber immer wieder einfordern. Nur im Verbund mit dem Konsumenten / Endabnehmer und Gesetzgeber wird eine derartige Nachhaltigkeit, wird die Umsetzung von Maßnahmen im Verpackungsbereich im Sinne eines effizienten Umweltschutzes zu verwirklichen sein und eine bis dato oft einäugige Lobbyarbeit gedeckelt werden können. Führen wir uns vor Augen, das Thema reicht erheblich weiter als Rührstäbchen und Becher. Da müssen wir ALLE ran, ausnahmslos.

3) Welche Strategien gibt es, um Automaten attraktiver zu gestalten und Verbraucher zum Kauf anzuregen? Welche Möglichkeiten von Umbauung bis technische Integrationen sind von OCS bis Coffeeshop vorhanden?

Unsere Meinung dazu:
Antwort und ein Vorschlag für Hersteller und Automaten-Fachaufsteller /Vending-Operator: Gutes Marketing zu betreiben, setzt voraus, dass man weiß, was der Kunde will bzw. wollen soll. Dass man den Markt gut kennt und nicht gut zu kennen glaubt. Dass gute
Kommunikation zwischen den Beteiligten stattfindet und die Bedarfe klar erkannt werden.
Dann erst geht‘ s bei Profis richtig los:

  1. Ideen – (einfach neue) entwickeln und seien sie noch so verrückt. Vielleicht sind sie es
    gerade, die wir für unseren Erfolg morgen brauchen.
  2. Individualisierung – unverkennbar, dass es unserer Branche offensichtlich ähnlich ergeht
    wie der Computerbranche seinerzeit. Die Kolosse verschwinden mehr und mehr, das
    Mittelfeld ist relativ konstant, der Bereich keiner Geräte wächst (noch) und die Kleinstplätze,
    was ist mit denen? Nicht nur sie verlangen nach innovativen und INDIVIDUALISIERTEN
    Lösungen, denn identifiziert sich der Kunde mit seinem/n Gerät/en, dann wird in der Regel
    auch der Umsatz passen. Hier KANN z. B. auch ein „Gummibaum“ o. ä. eine Lösung sein ,
    muss es aber nicht. Und noch etwas: Unser Markt ist ÜBERALL und doch individuell!
  3. Profis – ohne geht es nicht. Weder der Hersteller noch der Automatenbetreiber tun gut
    daran, auf Spezialisten für Marketing, Werbung, Design etc. zu verzichten.
  4. Mut – Mit einer Umbauung allein ist es sicher nicht getan. Unverputzte Blocksteine
    machen ein Haus auch nicht attraktiv. Mehr denn je wird sich der Anbieter Gedanken dazu
    machen müssen welche Assoziation er beim Kunden vor dem Kauf mit dem Äußeren des
    Automaten auslöst. Ist diese dann mit dem Produkt kongruent, so kann’s nur erfolgreich
    sein.
  5. KISS – Keep it simple, stupid – Alles für den Kunden so komfortabel und einfach wie
    möglich. Keine 2.-Klasse-Lösungen, keine Qual der Wahl, was z. B. auch die Bezahloption
    angeht.

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