Verbandsfragen 
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 09-2019

1. High Premium Coffee – ein gewagtes Versprechen, das man dem Konsumenten gibt. Wie kann man eine nachhaltig hervorragende und konsequente Qualität garantieren?

Unsere Meinung dazu:
High Premium Coffee . . . ja wer dreht da an welcher Schraube? Der/Die Hersteller oder der Automatenfachaufsteller/Vending-Operator?

  1. Premium kann natürlich nur da herauskommen, wo oben auch wirkliches Premiumprodukt hineinkommt. Das betrifft den Kaffee selbst wie auch alle anderen „beigemengten“ Zusatzprodukte: Topping/Weißer/Milch, natürlich auch das Trinkwasser, dessen Qualität ja bekannter Weise doch recht unterschiedlich ausfällt.
  2. Auch die Rahmenbedingungen  der Ausgabe müssen stimmen und zudem schmeckt Kaffee aus der Tasse immer anders (m. E. besser) als aus einem Becher. Dabei stellt sich NICHT die Frage, ob er aus einer Siebträgermaschine kommt oder aus einem Automaten.
  3. Wer entscheidet letztendlich darüber, was „Premium-Coffee“ ist? Der Hersteller mit der Angabe auf seinem Label und dem Preis? Oder der Aufsteller/Operator? Letztendlich entscheidend ist der KUNDE. Ihn sollten wir – ggf. auch wiederholt – zur Qualität befragen . . . und ernst nehmen. ER selbst entscheidet inwiefern er an den Automaten wiederkommt oder unser Premium-Produkt weiter haben möchte.
  4. Nun können wir unsere Kunden mit diesem Thema auch nicht immer wieder strapazieren. Zwischenzeitliche Tests und Qualitätskontrollen sind für konstant gute Resultate unverzichtbar, ebenso wie eine durchgängige Dokumentation hierzu. Ja, das ist schon ein wenig aufwendig!
  5. Last but not least sind diese Dinge wie auch unsere Serviceleistungen zu kontrollieren, also nachhaltig zu gewährleisten; regelmäßig und auch bzgl. der Sauberkeit, denn ohne die schmeckt auch der beste Kaffee nicht.

Kurz: Für wirkliche Premium-Qualität muss der Aufsteller/Operator einfach ALLE Register ziehen; fortlaufend und nicht nur bei der Erstinbetriebnahme.

 

2. Auch der Sommer 2019 war – so wie alle vermutet hatten – ein Sommer der ausschlagenden Thermometer, dennoch sind Automaten für Eiscreme doch eher Mangelware. Wie wird sich dieses Segment Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln? Wird es weiterhin eher als Nebendarsteller fungieren oder doch zum Hauptakt werden?

Unsere Meinung dazu:
Nach wie vor sind Eisautomaten  . . . eher ein Saison- oder Stiefkind unserer Branche. Da kommt es immer wieder zu Versuchen kleinerer Fachaufsteller/Operator, die sich dann allzu oft doch nicht rechnen lassen. Was geht (noch)? Kaufgeräte nur SEHR bedingt, Mietgeräte natürlich mit Produktbindung, das geht – sehr selten – also eher im Einzelfall.
Der Grund? Die Logistik ist doch aufwendig und teuer. Das Risiko eines gezogenen Steckers recht hoch. Da überlassen die meisten Fachaufsteller/Operator das Geschäft doch lieber den Herstellern . . . und den mobilen, oft italienischen Eiskugelverkäufern.

 

3. Nachhaltigkeit, Regionalität, Frische – all dies sollte in Produkten im optimalen Fall vorhanden sein. Hier spielen die Saftautomaten wie die automatischen Orangenpressen eine zentrale Rolle und werden gerne vom Konsumenten angesteuert. Gibt es hier noch Potenziale zur Erweiterung des Angebots? Kann man den Prozess noch mehr etablieren und optimieren?

Unsere Meinung dazu:
Potenzial gibt’s sicherlich für diese Geräte, doch wer ist wirklich in der Lage den hierfür erforderlichen Service z. B. im Betriebsmarkt zu erbringen? Und im Public Vending? Der ist dort meist auch nicht der ohne, da man eigentlich neben dem Gerät in Hab-Acht-Stellung stehen muss, also hierfür Catering- oder Gastro-Unternehmen als Betreiber eher in  Frage kommen.
Der Automaten-Fachaufsteller / Vending-Operator ist hier besser dran, wenn er auf mitnehmbare Säfte / Getränke durchaus auch Bio oder/und aus der Region setzt.
In unserem Verband haben wir übrigens einen Fachaufsteller / Vending-Operator, der genau diesen Gedanken konzeptionell und erfolgreich weiterentwickelt hat . . . und inzwischen sogar mehrere Filialen einer Supermarktkette mit diesen Produkten (Energy-Drink ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker, ohne Geschmacksverstärker) erfolgreich ist.
Mit Regional ist da sicher genauso möglich, zumal dadurch in der Nachbarschaft auch noch neue Partner und Verbündete entstehen. Ist doch sicher mehr als einen Gedanken wert, oder?

Paul Brühl / VAFA e.V.

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