Verbandsfragen
Fragen des Vending report an den VAFA und unsere Antworten in VR DACH 1-19

 

  1. Wie würden Sie das Jahr 2018 wirtschaftlich beurteilen? Haben Sie Vorschläge bezüglich neuer Kundenpotenziale, beziehungsweise noch nicht ausgeschöpfter Möglichkeiten für Operator? Welche Innovationen oder Konzepte könnten die Branche im nächsten Jahr weiterbringen?

Unsere Meinung dazu:
Im Rückblick hat unsere Branche eigentlich keinen Grund zu klagen. Unser Markt ist relativ stabil. Natürlich tut bisweilen der Wettbewerb etwas weh, auch bereitet der zunehmende Vandalismus an Außengeräten Sorgen. Sorgen auch deshalb, weil die Beschädigungen,  Brüche und Diebstähle immer noch zu oft seitens der Strafverfolgungsbehörden als Kavaliersdelikte eingestuft werden. Sorgen haben auch die Aufsteller, die mit ihren Automaten auf die Kaufbereitschaft der Kinder angewiesen sind, denn diese Kinder sind immer weniger draußen, vielmehr in Nachmittagsschulen und Kindertagesstätten – sind also als Kunden immer weniger relevant. Eben deshalb muss auch hier neu gedacht werden, sind neue Ansätze für einen erfolgreichen Automatenverkauf erforderlich.
Neue Konzepte sind natürlich immer von Interesse, insbesondere für diejenigen, denen nichts mehr einfällt. Deshalb werden diese auch in der Regel recht schnell kopiert. Hier auch nur 2 oder 3 neue Ansätze zu kommunizieren, mit denen wir z. B. durch Startup-Unternehmer konfrontiert wurden, wäre wohl nicht fair. Zudem: Ist es hier wirklich angebracht  den zu vielen gestrig-orientierten Aufstellern, die einfach nicht „in die Pötte kommen“ auch noch Kreativ-Nachhilfe zu geben? In XING und dem TV wird immer wieder gezeigt, wie’s die Großen à la Mr. Musk von Tesla machen. Die motivieren erst mal die unvorbelasteten Jungen sich zu einem neuen Thema Gedanken zu machen, also kreativ zu sein, sie pushen und fordern diese dann, um sie schließlich einzukaufen und von deren neuestem Knowhow nachhaltig zu profitieren. DAVON ist man in unserer Branche und bei Aufstellern / Operators wohl noch weit entfernt. Das, was sich in den letzten 10 Jahren immerhin getan hat, reicht nicht; weder die innovativen brancheninternen Impulse, noch deren Umsetzung. Was wollen wir da über die Anfragen auf den letzten Messen oder beim VAFA selbst philosophieren. Immer noch dominiert die Aufsteller ihre „Ja, ABER. . . „-Einstellung, also die ewige Bremse.

Was uns weiterbringt, müssen wir selber andenken, entwickeln und auch mal mutig umsetzen. Nicht als Unternehmer allein, sondern als Denkteam der Firma, so wie die im Silicon Valley. Wie dem auch sei, erste Voraussetzung ist die Bereitschaft Neues anzudenken und dann der Mut, es auch zu realisieren. Ach ja, das Kundeninteresse wird durch Innovationen schneller geweckt, als durch Altbekanntes, und Neues wirkt da wie ein Magnet. Kennen wir das nicht auch von uns selber, diesen „Will ich auch haben“-Effekt?

Müßig also, hier einfache Rezepte fürs Morgen zu suchen, Mut zu Neuem Denken aus eigener Kraft des eigenen Teams und die Bereitschaft zur Umsetzung der entwickelten Ideen muss her. Ganz anders als bisher. Nur so laufen wir nicht alle und immer wieder demselben Ball nach.

  1. Welcher Trend ist Ihnen in 2018 aufgefallen? Welche sehen Sie für 2019?

Unsere Meinung dazu:
Lediglich mit Standardprodukten gefüllte Geräte verlieren immer öfter ihre Zugkraft. Wenn sich der FACH-Aufsteller / Vending-Operator nicht als Produktmanager im Kundeninteresse versteht, hat er 2018 viele Chancen verpasst. DAS sollte auf jeden Fall eine Aufgabe sein für 2019. Nicht leicht, was Neues anzutesten, um zu sehen, was geht. Und was in Stadt X geht, muss sich nicht auch in Stadt Y gleichermaßen verkaufen. Kurz, hier wird erkennbar, wie wichtig ein lebendiges Sortiment ist und wie wichtig eine Sortimentspolitik für jedes Gerät per Telemetrie ist. Inwieweit es da zudem von Bedeutung ist, auf unterschiedlichste Bezahlmöglichkeiten zugreifen zu können, versteht sich von selbst. Der Trend wird Bi sein: Cash und Cashless.

  1. Welche Segmente aus Heiß/Kalt/Snack/Payment entwickelten sich 2018 am stärksten? Was sind Ihre Ziele, Ihre Erwartungen an 2019?

Unsere Meinung dazu:
Welche Segmente  . . . ? Wenn ich das wüsste, der Markt wohl meiner. Eine beträchtliche Anzahl der Aufsteller / Operator weiß das ja nicht einmal selber, wenn sie gefragt werden.
Erwartungen?  Da hat der VAFA eine ganze Reihe wie z.B. die folgenden.
Weniger Fusionen – Top- und innovative Sortimentspolitik der Fach-Aufsteller / Operator – Mehr Startups mit auch uns „schräg“ erscheinenden Ideen – Schönere und gepflegtere Außenautomaten – Weniger Vandalismus – Weniger Vorschriften seitens des Staates und seiner Administration – Einfachere Steuergesetze – Weniger Wirrwarr bei Umweltvorgaben – Diesel . . . diese Katastrophe schreit nach einer auch wirklich realisierbaren Lösung, ohne dass wir offensichtlich immer noch mehr verar . . . werden – Mehr Platz für Automaten auch im öffentlichen Bereich – Realistische Sonderabgaben, die nicht durch die kommunale Gier oder bisweilen auch Not bestimmt werden – Aber auch Provisionen die wirklich bezahlt werden – Mehr ehrliche Aufsteller – Mehr professionelle Aufsteller, die auch noch zertifiziert sind – Mehr qualifizierte Mitarbeiter – Mehr engagierte und im VAFA organisierte Unternehmer – u.s.w. … Ach ja, noch etwas: Ich möchte mich an Automaten (insbesondere an Spiralgeräten) einfach nicht mehr bücken müssen. Das ist ein uralter und bis heute unzureichend erfüllter Wunsch aus den 1990er Jahren!!! Und nicht nur von mir.

Paul Brühl / VAFA e.V.

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